Kreditanstalt für Wiederaufbau soll marktschonend vorgehen
T-Aktie: Bund plant keine Verkäufe

Der Bund plant in diesem Jahr keine weiteren Aktienverkäufe aus seinen Beteiligungen an der Deutschen Telekom AG und der Deutschen Post AG. Hintergrund bei der Telekom ist das anhaltende Kurstief bei 11 Euro.

dpa BERLIN. Das teilte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, Karl Diller (SPD), dem Haushaltsausschuss des Bundestages in einem Bericht mit, der dpa am Mittwoch vorlag. Ein Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt würde zu einem Flop führen.

Allerdings will die Bundesregierung an der langjährigen Praxis festhalten, Anteilsverkäufe vorab bei der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW/Frankfurt) zu "parken", die sie dann nach Bedarf und marktschonend nach und nach an die Börse bringen kann. Bei diesem Verfahren könne auch das Know-how der KfW am Kapitalmarkt genutzt werden, erklärte Diller. "Die Bundesregierung behält sich deshalb vor, dieses Verfahren erneut anzuwenden." Platzhalter-Geschäfte mit der KfW hätten sich bewährt und belasteten auf Grund von Ausgleichsverpflichtungen des Bundes nicht die Bilanz der Bank. Auch die normale Wirtschafts-Fördertätigkeit werde durch die Anteilsaufkäufe nicht beeinträchtigt.

Dagegen schließt die Bundesregierung künftige Probleme bei der Finanzierung der Versorgungsleistungen für ehemalige Postbedienstete sowie Beamte der Post-Nachfolgeunternehmen nicht aus. Der Bund bringt diese zweistelligen Milliarden-Beträge bisher überwiegend aus der Privatisierung von Telekom - und Postanteilen sowie aus Dividenden auf. "Ob diese Mittel langfristig die gesamten Versorgungs- und Beihilfeleistungen des Bundes abdecken werden, lässt sich naturgemäß nicht sicher beurteilen", schrieb Diller.

Die Telekom-Aktie war im Herbst 1996 beim ersten Börsengang hoffnungsvoll mit einem Ausgabekurs von 28,50 DM (14,57 ?) gestartet. Vor gut zwei Jahren erreichte das Papier mit 104 ? den Höchststand. Das seit längerem anhaltende Kurstief zwischen 11 und 12 ? wird an der Börse nicht zuletzt mit strategischen Fehlern der Konzernspitze und Riesenschulden in Höhe von 67 Mrd. ? erklärt.

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