Kredite für Ersatzkulturen
UN-Programm gegen Drogenanbau in Afghanistan

Mit einem ehrgeizigen Programm in Millionenhöhe wollen die Vereinten Nationen (UN) den Drogenanbau in Afghanistan bekämpfen. «Verbrechen, Drogen und Terrorismus wirken dort auf eine sehr abwegige Weise zusammen», sagte der neue Exekutivdirektor des UN-Büros für Drogenkontrolle und Verbrechensverhütung, Antonio Maria Costa, am Montag in Berlin bei einem Treffen mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marion Caspers-Merk.

HB BERLIN. Deutschland unterstützt die UN-Behörde jährlich mit 600 000 Euro und hilft beim Ausbau der afghanischen Landwirtschaft mit 8,5 Mill. Euro.

Caspers-Merk kündigte eine engere Kooperation mit der UN - Behörde an. Die Ernennung Costas im März dieses Jahres sei mit einem «Neuanfang» verbunden. Unter anderem sei dort inzwischen «die Einsicht gewachsen», dass die Vernichtung der Drogenpflanzen mit alternativen Entwicklungsprogrammen einhergehen müsse.

Costa sagte, in Afghanistan seien «die Aussichten auf Erfolg jetzt größer als je zuvor». Seit dem Zusammenbruch der Regierungsgewalt wurde das Land in den vergangenen zehn Jahren Hauptanbaugebiet für Schlafmohn, den Ausgangsstoff für Opium und Heroin. Die Übergangsregierung hat den Anbau mittlerweile verboten. «Die Bauern müssen nun von Alternativen überzeugt werden, die etwa der Ersatzanbau von Getreide oder traditioneller exotischer Gewürze sein kann», sagte Costa.

Statt großer landesweiter und langfristiger Projekte setzt die UN - Behörde laut Costa auf kleine Projekte, die im Erfolgsfall ausgedehnt werden sollen. So werde derzeit in der Region Kandahar ein neues Kreditsystem für die Mohnbauern entwickelt. Um ihnen legale Wirtschaftsformen und Einkommensquellen zu eröffnen, sollen Kredite von 300 US-Dollar für Ersatzkulturen vergeben werden. Die Rückzahlungen fließen in Zwei-Jahres-Raten in den Ausgabetopf zurück. Das System soll die bisherigen, in der Anbau-Saison Oktober gezahlten Vorschüsse der Drogenhändler ersetzen.

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