Kredite in Bayern bereiten Institut größere Sorgen als bisher erwartet
DG Bank räumt Risikopotenzial ein

Der Jahresabschluss der DG Bank birgt offensichtlich weitere Risiken, die noch nicht berücksichtigt worden sind. Die nicht wertberichtigten Forderungen betragen offenbar rund 200 Mill. DM. Bislang wurden lediglich 80 Mill. DM Wertberichtigungsbedarf veranschlagt.

lip/po FRANKFURT/M. Der Jahresabschluss 2000 der DG Bank, Frankfurt, birgt offensichtlich weitere Risiken, die noch nicht berücksichtigt worden sind. Nach Informationen des Handelsblatts betragen die bisher nicht wertberichtigten Forderungen rund 200 Mill. DM. Zu den bereits gemeldeten 80 Mill. DM Wertberichtigungsbedarf aus Hypothekarkrediten aus dem Nürnberger Raum kämen weitere 120 Mill. DM aus Bayern hinzu, sagte ein hochrangiger DG-Bank-Manager. Dies habe eine interne Überprüfung des Kreditportfolios im Mai dieses Jahres ergeben.

Der für das Kreditgeschäft zuständige DG-Bank-Vorstand Bedo Panner hatte auf der Bilanzpressekonferenz Mitte Mai erläutert, dass das Portfolio systematisch durchforstet werde. Er räumte damals bereits ein, dass Kreditengagements gefunden worden seien, die den verschärften Kreditanforderungen nicht entsprochen hätten. Von diesen Positionen wolle sich die DG Bank in den nächsten zwei bis drei Jahren trennen, kündigte Panner an. Verantwortlich für das Kreditgeschäft in Bayern ist Berthold Eichwald.

Einen neuen Jahresabschluss werde es aber nicht geben, betonte das Spitzeninstitut erneut. Auf der Hauptversammlung der DG Bank am morgigen Dienstag wird der von den Wirtschaftsprüfern testierte Jahresabschluss 2000 den Anteilseignern zur Abstimmung vorgelegt.

Faule Kundenkredite sollen keinen akuten Vorsorgebedarf darstellen

Die DG Bank bestätigte indes den Bericht des Handelsblatts, dass der von der GZ-Bank beauftragte Wirtschaftsprüfer Ernst & Young "ein latentes Risikopotenzial" von rund 1 Mrd. DM ergeben hat. Es handele sich hierbei um Kundenkredite, die nach den Worten eines DG-Bank-Sprechers aber keinen akuten Vorsorgebedarf nach sich zögen. Vielmehr spiegele sich darin das Gefahrenpotenzial wider, das unter ungünstigen Umständen auf Sicht mehrerer Jahre wirksam werden könnte. Per 31. Dezember 2000 beliefen sich die Gesamtforderungen an Kunden auf rund 39 Mrd. .

Neben Ernst & Young sind noch die Deutsche Revision Price Waterhouse Coopers, Deloitte & Touche (ehemals Wedit), Arthur Anderson und als gerichtlich bestellter Verschmelzungsprüfer KPMG bestellt. Außerdem sind die Investmentbanken Morgan Stanley, Lehman Brothers und JP Morgan Chase in den Fusionsprozess eingebunden. Die Anteilseigner der DG Bank, allen voran die norddeutschen und süddeutschen Holdinggesellschaften, werden noch eine so genannte "Fairness opinion" einholen. Hiermit wurde die Investmentbank Goldman Sachs beauftragt.

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