Kredite laufen wieder aus
Hickhack um UMTS-Netz von Mobilcom

Die von der Insolvenz bedrohte Mobilcom AG hat einen Zeitungsbericht als unzutreffend zurückgewiesen, wonach sich der Konkurrent E-Plus mit France Telecom über die Übernahme ihres UMTS-Netzes bereits geeinigt haben soll. Unterdessen läuft am Freitag zum sechsten Mal ein von den Banken Mobilcom gewährter Zahlungsaufschub für UMTS-Kredite von 4,7 Milliarden Euro aus.

Reuters HAMBURG. Mobilcom-Sprecher Matthias Quaritsch sagte am Freitag in Büdelsdorf: "Der Bericht ist falsch." Er ging jedoch nicht auf Nachfragen zu einzelnen Punkten in dem Zeitungsbericht ein. Auch eine E-Plus-Sprecherin sagte nur, der Artikel stimme nicht. Die "Financial Times Deutschland" hatte unter Berufung auf Verhandlungskreise in ihrer Freitagausgabe berichtet, E-Plus wolle einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag für das UMTS-Netz mit einem geschätzten Wert von 400 Millionen Euro an Mobilcom-Großaktionär France Telecom zahlen. Dafür sei E-Plus bereit, auf offene Forderungen von rund 600 Millionen Euro aus einem langfristigen Dienstleistungsvertrag verzichten, den Mobilcom nicht erfüllen könne.

France Telecom habe ihre Zustimmung zu einem milliardenschweren Rettungspaket für Mobilcom von der Einigung mit E-Plus abhängig gemacht, berichtete die "FTD". Der französische Telefonkonzern hat sich im Grundsatz bereit erklärt, Mobilcom-Schulden von sieben Milliarden Euro zu übernehmen und darüber hinaus auch Kosten für das Einfrieren von deren UMTS-Netz zu tragen. Ein entsprechender Vertrag wurde allerdings vom Verwaltungsrat von France Telecom bislang nicht unterschrieben. Damit kann auch ein bereitstehender Überbrückungskredit von 110 Millionen Euro nicht fließen, mit dem Mobilcom vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit bewahrt und zudem eine Grundlage für einen Neustart als Mobilfunkdienstleister erhalten soll.

Am Freitag läuft ein zuvor schon sechsmal von den Banken verlängerter Zahlungsaufschub über 4,7 Milliarden Euro aus. Wegen der im Grundsatz mit France Telecom erreichten Einigung wird allerdings erwartet, dass der Kredit erneut gestundet wird. Mobilcom hatte vor zwei Jahren mit Hilfe von France Telecom für 8,4 Milliarden Euro eine von sechs deutschen UMTS-Lizenzen erworben, sich dann aber mit Unternehmensgründer Gerhard Schmid über das Tempo beim Aufbau der neuen Mobilfunktechnik überworfen. Seit dem Rückzug der Franzosen im September steht Mobilcom am Rande der Illiquidität.

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