Kreditfabriken senken Kosten im Privatkundengeschäft
Erfolg mit Zerlegung der Wertschöpfungskette

Die Finanzdienstleistungsbranche in Europa und besonders in Deutschland steht unter einem enormen Wettbewerbsdruck, vor allem im Privatkundengeschäft. Die Existenzfragen lauten: Wie können auf einem Markt, der als "overbanked" gilt, Marktanteile im Privatkundengeschäft gewonnen werden?

Wie kann dem Verlangen der Kunden nach mehr Service Rechnung getragen werden? Wie können die Kosten gesenkt, der Verfall der Ertragsmargen aufgehalten und das Geschäft gegen neue Anbieter - vor allem im Bereich des Internets - verteidigt werden? Die klassischen Kostensenkungsinstrumente erweisen sich dabei nur als begrenzt tauglich.

Internationale Trends, vor allem in den USA, zeigen, dass eine Zerlegung der Wertschöpfungskette in spezialisierte Teilbereiche erfolgreich ist. Einzelne Dienstleitungen, vor allem in der Transaktionsabwicklung (Processing), werden dort erbracht, wo es auf Grund der Spezialisierung am effektivsten ist. Hier werden - teilweise wettbewerbsübergreifend - Allianzen geschmiedet. In Deutschland sind mit der DePfa Hypotheken GmbH, -Management der Prompter AG, der Stater Deutschland GmbH & Co KG und der VR Kreditwerk Hamburg Hall-Schwäbisch AG vier Dienstleister am Markt, die sich auf Processing- und IT-Dienstleistungen für private Immobilienfinanzierungen spezialisiert haben.

Einzelne Kreditinstitute können erhebliche Investitionen nicht bewältigen

Als Joint Venture der genossenschaftlichen Institute Bausparkasse Schwäbisch Hall und DG HYP ist die VR Kreditwerk AG mit 2 300 Mitarbeitern, einem Vertragsportfolio von 9 Mill. Verträgen und einem Jahresumsatz von fast 240 Mio. (2001) die größte Gesellschaft dieser Art in Deutschland.

Erst die Zusammenführung der Bearbeitung und Verwaltung großer Mengen gleichartiger Kreditvorgänge macht den Einsatz hocheffizienter IT-Lösungen sinnvoll. Einzelne Kreditinstitute können diese erheblichen Investitionen nicht bewältigen. Den Nutzen haben zum einen die beteiligten Banken durch eine Kosten- und Personalentlastung sowie eine höhere Bearbeitungsqualität. So werden dringend benötigte Mitarbeiterkapazitäten frei für Kundenberatung und Vertrieb.

Neue Software wird Kosten für Kreditbearbeitung halbieren

Das Kreditwerk stellt sowohl den beiden Muttergesellschaften wie auch interessierten Genossenschaftsbanken eine einheitliche Softwarelösung zur Verfügung, die in der Ausbaustufe vom Front End am Beraterplatz in der Bank bzw. beim Außendienstmitarbeiter bis zum Back Office im Kreditwerk reicht. Kreditantragsbearbeitung, Bonitätsprüfung, Auszahlung und Verwaltung des Gesamtkredits, der aus Produkten verschiedener genossenschaftlicher Anbieter bestehen kann werden auf einer technischen Plattform unter dem Namen "Rudi" - Rund um die Immobilie zusammengefasst.

Daraus ergeben sich erhebliche Vorteile für den Kunden: bedarfsgerechte und umfassende Beratung für eine private Baufinanzierung aus einer Hand, schnelle Kreditzusage und transparente Kreditverwaltung. Die Software wird es mittelfristig erlauben, den heute schon möglichen Endpreis für die Kreditbearbeitung beinahe zu halbieren. Bereits jetzt liegen die durchschnittlichen Zeiten für eine Darlehensbearbeitung bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall um ein Drittel bis zur Hälfte unter dem Zeitbedarf anderer großer Bausparkassen, Tendenz weiter sinkend.



  • Ehrhard Steffen ist Vorstandsmitglied der VR Kreditwerk Hamburg Hall-Schwäbisch AG



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