Kreditinstitut wehrt sich
Commerzbank: Gerüchte ohne Grundlage

Die Commerzbank hat am Dienstag Marktgerüchte über einen drohenden großen operativen Verlust zurückgewiesen.

Reuters FRANKFURT. "Diese Gerüchte entbehren jeder Grundlage und sind einfach diffamierend", sagte Jürgen Ackermann, Leiter der Investor-Relations-Abteilung der Bank auf Anfrage. Am Markt hatte es zuvor geheißen, die Commerzbank werde demnächst einen großen operativen Verlust bekannt geben müssen, der möglicherweise aus dem Kreditgeschäft resultiere. Die Aktie der Bank hatte als Reaktion auf das Gerücht zeitweise um mehr als acht Prozent nachgegeben.

Aus Finanzkreisen hatte es geheißen, das Gerücht sei von einer großen Investmentbank lanciert worden. Es bestehe dort offenbar das Interesse, den Kurs in eine bestimmte Richtung zu lenken, um dann darauf zu handeln. Andere Marktteilnehmer machten Hedge-Fonds für das Gerücht verantwortlich.

Anfang August hatte Commerzbank-Vorstandschef Klaus-Peter Müller mitgeteilt, dass das Geldhaus sein Gewinnziel für das Gesamtjahr wohl verfehlen werde. "Es wird sehr schwierig werden, das von uns für das Gesamtjahr 2002 angestrebte operative Ergebnis vor Steuern von 700 bis 800 Mill. Euro zu erreichen", hatte Müller im Zwischenbericht der Bank mitgeteilt. Nur bei einem deutlich besseren Marktumfeld sei das ursprüngliche Ziel noch erreichbar. Analysten hatten damals von einer klaren Gewinnwarnung gesprochen. Im zweiten Quartal hatte die Commerzbank einen Vorsteuergewinn von rund 25 Mill. Euro nach 246 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum ausgewiesen.

Schwache Erträge durch Einsparungen ausgleichen

Die Commerzbank leidet wie andere deutsche Kreditinstitute unter niedrigen Erträgen und versucht dies, durch massive Einsparungen auszugleichen. Dazu zählt auch ein massiver Personalabbau.

Anfang September hatte Müller bei einem Bankenkongress gesagt, die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen hätten noch nicht ausgereicht, um die Commerzbank nach den Maßstäben der internationalen Kapitalmärkte ausreichend rentabel und flexibel zu machen.

Die Aktie der Commerzbank gab am Dienstag als Reaktion auf die Marktgerüchte zeitweise um mehr als 8 % nach. Am Nachmittag notierten die Papiere in einem schwachen Gesamtmarkt noch mit rund 6 % im Minus bei 7,44 Euro.

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