Kreditlinien laufen aus
Kaufring vor dem Aus

Die Kaufhauskette Kaufring wird nach eigenen Angaben wohl noch in diesem Jahr Insolvenz anmelden müssen.

rtr DüSSELDORF. Das seit Jahren immer wieder mit hohen Verlusten kämpfende Handelsunternehmen Kaufring AG

steht nun offenbar vor dem Aus. Das Sanierungskonzept sei in letzter Minute gescheitert und die Kreditlinien liefen zum Jahresende aus, teilte Kaufring am Freitagabend mit. Daher werde voraussichtlich am kommenden Donnerstag Insolvenzantrag gestellt, ergänzte ein Firmensprecher. 760 Mitarbeiter an den Standorten Düsseldorf und Krefeld seien betroffen. Unklar sei noch, ob bei den Einzelhandelstöchtern mit 110 Mitarbeitern eine Insolvenz abgewendet werden könne. Für 2001 erwarte das Unternehmen operative Verluste von 35 Mill. DM. Damit werde sich ein Verlust in Höhe von mindestens der Hälfte des Grundkapitals ergeben, hieß es.

Die seit Mitte 1999 laufende Restrukturierung habe sich vor dem Hintergrund der negativen Einzelhandelskonjunktur sowie der deutlich verschlechterten Situation im mittelständischen Einzelhandel nicht erfolgreich abschließen lassen, teilte Kaufring mit. Zwar habe mit Banken und den Kreditversicherern im Grundsatz Einigkeit über das Sanierungskonzept bestanden. Letztlich habe sich der Plan aber in entscheidenden Teilen nicht mehr im Geschäftsjahr 2001 umsetzen lassen. Das Konzept habe unter anderem den Verkauf der Immobilien am Düsseldorfer Flughafen an Dritte oder Immobiliengesellschaften der Banken vorgesehen.

Kaufring hatte Ende August für das erste Halbjahr 2001 einen von 16,5 Mill. DM auf 19,3 Mill. DM gestiegenen Fehlbetrag ausgewiesen. Das Geschäftsvolumen war den Angaben zufolge um 23,1 % auf 658,1 Mill. DM gefallen, wovon 230,4 Mill. DM auf Umsatzerlöse und 427,7 Mill. DM auf das Direktgeschäft entfallen waren. Im Direktgeschäft ordern den Angaben zufolge Kaufring-Kunden direkt bei Herstellern und Lieferanten. Den damaligen Angaben zufolge hatte Kaufring nicht mit einer Verbesserung der Konjunktur gerechnet.

Das in den vergangenen Jahren immer wieder Verluste schreibende Unternehmen war bereits im August 1999 - damals noch mit rund 3600 Beschäftigten - in Bedrängnis geraten. Gründe dafür waren die schwache Einzelhandelskonjunktur und hohe Investitionen für die Integration der defizitäre Nürnberger Bund Handelsgesellschaft (NBH). Ein Bankenpool unter Führung der Commerzbank gewährte einen Überbrückungskredit von 50 Mill. DM und konnte die damals drohende Insolvenz verhindern. Im Zuge des anschließenden Sanierungskonzeptes trennte sich der Konzern weitestgehend von seinen Einzelhandelsaktivitäten und Immobilien. Ziel war es zum "schlanken Dienstleister" mit dem Kerngeschäft Großhandel zu avancieren.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%