Kreditrisiken
Magazin: Bankgesellschaft droht erneut Milliardenverlust

Der Berliner Bankgesellschaft droht nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" erneut ein Milliardenverlust. Nach neun Monaten habe das Unternehmen trotz außerordentlicher Erträge von rund 300 Mill. DM rote Zahlen von 740 Mill. DM (378 Mio Euro) geschrieben.

dpa-afx BERLIN/HANNOVER. Grund seien neue Kreditrisiken. Laufe das Geschäft so weiter, sei ein Jahresminus von 1,6 Mrd. DM möglich. Bank-Sprecher Herbert Beinlich bezeichnete den Bericht als Spekulation. Die Zahlen lägen noch nicht vor und würden vermutlich bis Ende November veröffentlicht.

Die Bankgesellschaft stand erst im Mai dieses Jahres vor dem Zusammenbruch. Daraufhin hatte die Berliner Landesregierung das Eigenkapital der Bank um vier Mrd. DM erhöht.

Übernahmeangebot der Nord LB

Niedersachsens Finanzminister Heinrich Aller (SPD) sagte, die noch nicht bestätigten Zahlen änderten am Übernahmeangebot der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB, Hannover) zunächst nichts. Entschieden werde erst nach Einblick in die Bücher der Bank. Die notwendigen Informationen seien aber immer noch nicht vorgelegt worden, kritisierte er. Aller hatte vor kurzem einen vollständigen Rückzug aus der Bankgesellschaft nicht mehr ausgeschlossen.

Die Nord/LB hält an der Bankgesellschaft nach zuvor 20 % wegen der nicht voll mit gezeichneten Kapitalerhöhung noch rund 10 %. Sie hat für ihr Engagement seit 1994 mehr als 1 Milliarde Euro (1,96 Mrd DM) aufgewendet. Nach einer Wertberichtigung von rund 100 Mill. ? im vergangenen Jahr geht die Bankspitze jetzt von weiteren 540 Mill. ? aus.

Der finanzpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Niedersachsen, Michel Golibrzuch, forderte als Konsequenz erneut die Rücknahme des Übernahmeangebots der Nord/LB. "Angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus Berlin wäre jede weitere Kapitalspritze der Nord/LB nur noch als Geldvernichtung zu begreifen", meinte der Grüne.

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