Kreditrisiko nur 241 Millionen
Worldcom-Anteile "vernachlässigbar"

Die Deutsche Bank hat ihr gesamtes Kreditrisiko bei dem insolventen US-Telekommunikationskonzern Worldcom mit nicht mehr als 241 Millionen Dollar beziffert. Für das Kreditrisiko sei im zweiten Quartal eine ausreichende Risikovorsorge getroffen worden, teilte die Bank am Dienstag mit. Ein Betrag nannte das Kreditinstitut nicht.

Reuters FRANKFURT. Darüber hinaus habe die Bank einen vernachlässigbaren Bestand in Worldcom-Anleihen. Der im Worldcom-Antrag auf Gläubigerschutz aufgeführte Gesamtbetrag von rund einer Milliarde Dollar für die Deutsche Bank und 189 Millionen Dollar für die Tochtergesellschaft DB Alex Brown betreffe Positionen, die die Bank als Wertpapierverwahrer halte, teilte die Deutsche Bank weiter mit.

Aktienkurs erholt sich

Die Aktie der Deutschen Bank, die am Vortag auf ein Acht-Monats-Tief gefallen war, erholte sich am Dienstag in einem insgesamt festeren Markt. Das Papier stieg zeitweise bis auf 61,10 Euro. Am Mittag notierte die Aktie mit einem Plus von knapp 2,4 Prozent bei 60,28 Euro.

"Es ist nach den Spekulationen am Montag eine Erleichterung für die Investoren, zu wissen, wie hoch das Engagement der Bank ist", sagte Analyst Jörn Kissenkötter von der Privatbank M.M. Warburg in Hamburg. Er gehe allerdings davon aus, dass die Zahl zu einer Erhöhung der Analystenprognosen für die Risikovorsorge der Deutschen Bank führen werde, sagte der Analyst weiter. Es hänge von der weiteren Entwicklung bei Worldcom ab, ob die Kredite zurückgezahlt würden oder nicht.

Worldcom hatte am Sonntag Gläubigerschutz beantragt und damit für die größte Firmenpleite der US-Wirtschaftsgeschichte gesorgt. Vorausgegangen war das Eingeständnis der Firma, Kosten in Höhe von rund 3,85 Milliarden Dollar nicht korrekt verbucht zu haben. In dem Antrag auf Gläubigerschutz war für die Deutsche Bank ein Gesamtbetrag von 1,01 Milliarden Dollar genannt worden. In Bankenkreisen hatte es jedoch bereits am Montag geheißen, dass es sich dabei zum weitaus größten Teil nicht um Kredite, sondern um verwaltete Gelder handele, für die die Bank kein Risiko trage.

Weltweit Schulden bei Banken

Früheren Angaben von Analysten zufolge ist Worldcom bei bis zu 60 Banken weltweit verschuldet. Zu den größten Gläubigern zählen unter anderem die US-Häuser JP Morgan Chase und die Citigroup.

Zahlreiche deutsche Geschäftspartner, Kreditgeber und Versicherer von Worldcom hatten bereits Ende Juni ihre eigenen Risiken im Zusammenhang mit dem Unternehmen überwiegend als begrenzt bezeichnet. Die Commerzbank hatte am Montag bekräftigt, nicht bei Worldcom engagiert zu sein. Die Münchener Rück bestätigte ein Engagement in Höhe von 80 Millionen Euro in Anleihen und Aktien von Worldcom. Aus Branchenkreisen hatte es am Montag geheißen, das Worldcom-Engagement der Allianz-Gruppe, zu der auch die Dresdner Bank gehört, belaufe sich auf 100 bis 200 Millionen Dollar. Ein Großteil davon entfalle auf Bonds. Mehrere deutsche Fondsgesellschaften hatten angegeben, keinen Bestand an Worldcom-Papieren zu halten.

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