Kreditversicherer gehen in Holding auf
Allianz verbindet Euler und Hermes

Die Allianz fasst ihre Kreditversicherungs-Töchter Hermes und Euler zum größten Kreditversicherer der Welt zusammen. Euler und Hermes, die beide bisher schon zu den größten in der Branche gehörten, kämen dann auf einen Marktanteil von weltweit rund 40 %, teilte der Versicherungskonzern mit.

Reuters MÜNCHEN. Die Allianz wolle die Kreditversicherung zu einem Kerngeschäftsfeld ausbauen, sagte der zuständige Vorstand Reiner Hagemann. Der Zusammenschluss sei ein logischer Schritt. Formal übernimmt die von der französischen Allianz-Tochter AGF beherrschte Euler die 89,6 %, die die Allianz an der Hamburger Hermes Kreditversicherungs-AG hält, gegen Barzahlung. Finanziert werden soll die Übernahme über Kredite und eine Kapitalerhöhung.

Hermes und Euler hatten bereits seit langem eng kooperiert. Die Zusammenarbeit war nach Angaben einer Hermes-Sprecherin mit der Übernahme der AGF durch die Allianz noch ausgebaut worden. Der Schritt wurde daher in der Branche lange erwartet. Die neue Euler & Hermes kommt auf 1,8 Mrd. Euro Umsatz. Hermes ist mit 600 Mill. Euro und einem Weltmarktanteil von rund 14 % der kleinere Partner. Allerdings fungiert Hermes auch als offizieller Exportversicherer der Bundesregierung ("Hermes- Deckungen"). In die Bilanz geht dieses Geschäft aber nicht ein. Hermes erhält dafür nur ein Honorar. Der Jahresüberschuss lag im vergangenen Jahr bei 6,1 Mill. Euro.

Kreditversicherer sichern Warenkredite zwischen Unternehmen gegen das Risiko des Ausfalls der Forderung ab. Hermes betreibt zusätzlich das so genannte Kautions-Versicherungsgeschäft, in dem Bürgschaften oder Garantien im internationalen Warenverkehr übernommen werden.

Vollzogen wird die Fusion nach Allianz-Angaben Anfang 2002. AGF hält an Euler mit 58,3 % die Mehrheit und soll an dem fusionierten Konzern mit mindestens 51 % beteiligt sein, die Allianz mit zehn Prozent. An Hermes ist neben der Allianz die zum Verbund der Volks- und Raiffeisenbanken gehörige R+V Versicherung mit fünf Prozent beteiligt, die übrigen Anteile sind im Streubesitz.

Erst Ende August hatte die Nummer zwei in der Branche, der Gerling-Konzern, das Kreditversicherungsgeschäft mit der niederländischen NCM zusammengelegt, die mehrheitlich zur Swiss Re gehört. Das gemeinsame Beitragsvolumen liegt nach den Angaben bei 1,1 Mrd. Euro. Für die Gerling NCM wurde ein Börsengang in Aussicht gestellt. Drittgrößter Anbieter von Kreditversicherungen ist der Verbund der französischen Coface mit der Allgemeinen Kreditversicherung in Mainz.

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