Kreditwürdigkeit nicht beeinträchtigt
S&P: Kirch gefährdet deutsche Banken nicht

Der Kreditwürdigkeit der deutschen Banken wird nach Einschätzung der Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) von den Unsicherheiten um die Mediengruppe Kirch nicht beeinträchtigt.

Reuters LONDON. "Obwohl die Kreditengagements (deutscher Banken bei Kirch) hoch sind, sind sie doch weitgehend durch Vermögenswerte der Kirchgruppe abgesichert", teilte S&P-Managing Director Michael Zlotnik am Freitag in Frankfurt mit. Auch wenn die Qualität der Absicherungen von Bank zu Bank variiere, würden die Auswirkungen für die involvierten Geldhäuser vermutlich auch im Falle eines "Worst-case-Szenarios" beherrschbar bleiben.

Die Kirch-Gruppe hat nach eigenen Angaben Schulden im Volumen von etwa sechs Mrd. Euro. In den vergangenen Wochen hatten sich Spekulationen verdichtet, wonach Kirch in Zahlungsprobleme kommen könne. Deutsche Banken sind zum Teil mit hohen Kreditvolumina bei der Gruppe engagiert.

Teil der Kredite läuft aus

Die Bayerische Landesbank Girozentrale ist mit 1,9 Mrd. Euro der größte Geldgeber der Kirch-Gruppe. Nach den Worten von Bayern-LB-Chef Werner Schmidt läuft ein Teil der Kredite am 30. Juni aus. Ausfälle fürchtet die Bank jüngsten Angaben zufolge nicht, da die Kredite banküblich besichert seien. S&P teilte mit, die Ratings der Bayern-LB würden unabhängig von der Entwicklung bei Kirch weiter von Ausfallgarantien des Freistaates Bayern Anstaltslast und Gewährträgerhaftung profitieren. Die Bank verfügt über eine S&P-Einstufung von "AAA/Negative/A-1+".

Die Deutsche Bank ist Branchenkreisen zufolge mit 700 Mill. Euro bei Kirch engagiert, die mit dem Anteil Kirchs am Springer-Verlag abgesichert sind. Zudem hatte es am Mittwoch geheißen, die Dresdner Bank wolle ihren im April fällig werdenden Kirch-Kredit über 460 Mill. Euro nicht nochmals verlängern. Bei der HypoVereinsbank liegt das Kreditvolumen für den Medienkonzern nach Angaben der Bank unter 500 Mill. Euro.

Die Deutsche Bank verfügt über ein S&P-Rating von "AA/Stable/A-1+", Dresdner Bank von "AA-/Stable/A-1+" und Hypo-Vereinsbank von "A+/Negative/A-1". Mit diesen Einstufungen messen und beschreiben Rating-Agenturen wie S&P die Bonität der von ihnen eingestuften Banken oder Industrieunternehmen.

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