Kreise: Infineon-Delegation in Seoul
Hynix und Micron kommen voran

Die Verhandlungen der beiden Halbleiter-Hersteller Micron Technology und Hynix Semiconductor über eine Allianz im Speicherchipgeschäft kommen nach Angaben einer involvierten Bank langsam voran.

Reuters SEOUL/MÜNCHEN. "Es gibt Fortschritte bei den Gesprächen mit Micron", sagte ein Sprecher der Korea Exchange Bank, eine der Gläubigerbanken des hoch verschuldeten südkoreanischen Hynix-Konzerns, am Freitag. Einige Bewertungsfragen seien aber noch offen. Auch die Gespräche von Hynix und Infineon über eine Kooperation bei Speicherchips liefen weiter, sagte ein Sprecher des Münchener Chipkonzerns. Medienberichte, wonach Infineon bald ein konkretes Angebot vorlegen will, wollte er nicht kommentieren.

Die Hersteller von Speicherchips, die vor allem in Personalcomputern zur Datensicherung eingesetzt werden, leiden seit Monaten unter der chronischen Überkapazität in der Branche und suchen nach Möglichkeiten der Konsolidierung. Der US-Konzern Micron, der weltweit zweitgrößte Produzent der so genannten DRAM-Chips, verhandelt schon seit Wochen mit Hynix über eine Allianz. Zuletzt waren die Gespräche wegen Preisdifferenzen ins Stocken geraten. Eine Asien-Reise von Infineon-Chef Ulrich Schumacher hatte Spekulationen ausgelöst, dass Infineon bei den Kooperationsverhandlungen mit Hynix ein ernsthafter Konkurrent für Micron werden könnte. Micron hatte daraufhin Medienberichten zufolge sein Angebot erhöht.

Den Inhalt der Kooperationsgespräche oder einen Zeitplan wollte ein Infineon-Sprecher nicht kommentieren. Nach Angaben aus Branchenkreisen befindet sich derzeit eine Infineon-Delegation in Seoul, um die technische Ausstattung und die finanzielle Lage von Hynix zu prüfen. Experten rechnen damit, dass Infineon das Speicherchipgeschäft von Hynix nur über einen Aktientausch übernehmen würde. Infineon-Chef Schumacher hatte in der Vergangenheit immer wieder betont, dass eine Kooperation in diesem Bereich den Konzern kein Geld kosten dürfe.

Im Dezember waren Gespräche von Infineon mit dem japanischen Konzern Toshiba gescheitert. Seitdem sucht der Münchener Konzern weitere Möglichkeiten, sein defizitäres Speicherchipgeschäft zu stärken. Dabei spricht der Konzern auch mit den taiwanischen DRAM-Herstellern Winbond, Mosel Vitelic und Nanya.

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