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Kreise: Rücktritt Seiferts sehr unwahrscheinlich

Ein Rücktritt des Frankfurter Börsenchefs Werner Seifert ist Finanzmarktkreisen zufolge sehr unwahrscheinlich. Ein solcher Schritt wäre vollkommen unlogisch, hieß es am Sonntag in den Kreisen mit Blick auf anders lautende Gerüchte.

Reuters FRANKFURT. Die "Welt am Sonntag" hatte zuvor ohne Nennung von Quellen über Gerüchte berichtet, nach denen Seifert über einen Rücktritt nachdenke. Der Vorstandschef der Deutsche Börse AG habe Gerüchten zufolge schon mit Frankfurt abgeschlossen und wolle die Stadt verlassen, hieß es in der Zeitung weiter. Ein Sprecher der Deutschen Börse lehnte einen Kommentar in der Angelegenheit ab.

"Wir kommentieren Gerüchte nicht", sagte Börsensprecher Walter Allwicher auf Reuters-Anfrage. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass der Aufsichtsrat der Börse erst im vergangenen Jahr den Vertrag Seiferts bis 2006 verlängert habe. Der Frankfurter Börsenchef war im Zuge der anvisierten Fusion mit der Londoner Börse und vor allem nach dem Scheitern dieser Pläne von verschiedenen Seiten in die Kritik geraten. Seifert galt als treibende Kraft hinter dem Konzept, die Deutsche Börse und die London Stock Exchange zum größten Aktienmarkt Europas zusammenzuschließen. Nach dem Nichtzustandekommen dieses Vorhabens brachte Seifert - wie bereits vor mehr als einem Jahr geplant - im Februar die Deutsche Börse AG selbst an die Börse.

Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, Seifert gelte als "General des Angriffs" - Friedenssicherung und Verteidigungskämpfe lägen ihm dagegen nicht. "Für Fusionsgespräche der Deutsche Börse AG könnte sein Ausscheiden von Vorteil sein", hieß es weiter. In den Finanzkreisen hieß es dagegen, Seifert werde für die angestrebte Konsolidierung der Finanzmärkte in Europa noch gebraucht. Dabei wurde auch auf die Ankündigungen der Börse verwiesen, sie schließe Übernahmen nicht aus und wolle weiter eine treibende Kraft beim Zusammenwachsen der europäischen Börsen sein. Mehr als je sei nun die Zeit für Seiferts Zielsetzung, die Deutsche Börse zu einer der weltweit führenden Börsenorganisationen zu machen.

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