Kreise: Vorbereitungen laufen
Vodafone plant offenbar Übernahme von Verizon Wireless

Ein Vodafone nahstehender Manager habe Zeitungsberichten zufolge erklärt, dass Vodafone-CEO Chris Gent und sein Team bereits entsprechende Vorbereitungen für eine notfalls feindliche Übernahme planten.

vwd NEW YORK. Der britische Mobilfunkanbieter Vodafone Group plc, Newbury, plant offenbar die Übernahme der US-Mobilfunkgesellschaft Verizon Wireless. Die Briten halten an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Verizon Comunications Inc, New York, bislang 45 Prozent. Die "New York Times" beruft sich in ihrer Online-Ausgabe vom Donnerstag auf einen Vodafone nahestehenden Manager. Dieser habe berichtet, dass Vodafone-CEO Chris Gent und sein Team bereits entsprechende Vorbereitungen planten. Unterlagen mit strategischen und wirtschaftlichen Überlegungen sollen bereits vorbereitet worden sein. Gent sei daran interessiert, das Joint Venture binnen neun Monaten stärker in das eigene Netz einzubinden.

Die von Verizon angezettelte Diskussion um die Wahl des künftigen Mobilfunkstandards für das Gemeinschaftsunternehmen dient nach Ansicht des Managers seitens der Amerikaner nur dazu, die "Beute" für die Briten weniger attraktiv zu machen: An einem Netz, das sich nicht nahtlos mit dem eigenen verzahnen lasse, habe Gent kein Interesse. Nur deshalb wolle Verizon bei Verizon Wireless auf den Mobilfunkstandard CDMA2000 umschwenken, während das Vodafone-Management auf UMTS (oder Wideband CDMA) schwöre, vermutet der Manager.

Gefahr einer feindlichen Übernahme

Angesichts der Gefahr einer womöglich feindlichen Übernahme könnte die Verizon-Spitze jedoch erneut den Kurs wechseln, spekuliert die Zeitung. Schließlich sei mit Vodafone nicht zu spaßen. Schon einmal hätten die Briten einen unliebsamen Wettbewerber einfach geschluckt. 1999 hatte Vodafone Air Touch übernommen. Das Akquisitionsobjekt war als Minderheitsaktionär an einem anderen Vodafone-Partner, Mannesmann Arcor, beteiligt. Als sich das deutsche Unternehmen anschickte, durch die Übernahme der Mobilfunkgesellschaft Orange plc im Heimatmarkt der Briten zu wildern, entschloss sich Gent zur feindlichen Übernahme und kaufte Mannesmann für 183 Mrd. US $.

Jetzt will Gent nach Ansicht der "New York Times" ein größeres Stück vom US-Mobilfunkmarkt. Derzeit verschaffe sich das britische Unternehmen aber erst einmal einen Überblick über die eigene Situation. Verschiedene Akquisitionsobjekte müssten in die Gruppe integriert werden. Auch die finanzielle Situation erfordere Rücksichtnahme. Wie so viele andere Telekommunikationskonzerne leiden auch die Briten nach ihrer UMTS-Einkaufstour unter einem schwächeren Aktienkurs. Aktien waren jedoch bislang die Währung, mit der Gent seine Übernahmen finanziert hat.

Nach Ansicht der Zeitung ist unklar, ob sich Verizon das Zepter im Gemeinschaftsunternehmen aus der Hand nehmen lassen wird. Beim Zusammenschluss von Bell Atlantic und GTE Corp zu Verizon im Juni 2000 hatte sich die Unternehmensspitze dafür entschieden, für die Bereiche Festnetz und Mobilfunk zwei verschiedene Marken aufzubauen. Die Mobilfunksparte entstand aus der Fusion von Bell Atlantic, Vodafone Air Touch und dem Mobilfunkgeschäft von GTE.

Theoretisch könnte sich Verizon auf den Festnetzmarkt konzentrieren, aber einen Minderheitsanteil an Verizon Wireless behalten. Im vergangenen Jahr hatte die Mobilfunkgesellschaft 3,7 Millionen Kunden gewonnen. Damit betreut Verizon Wireless 27,5 Millionen Kunden, 16 % mehr als zum Jahresende 1999.

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