Kreuzverhör soll Wahrheit ans Tageslicht bringen
Union will Müntefering konfrontieren

Die Union will wegen der ihrer Ansicht nach widersprüchlichen Aussagen zur Kölner SPD SPD-Generalsekretär-Spendenaffäre Franz Müntefering mit SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier im Spenden-Untersuchungsausschuss des Bundestages konfrontieren.

Reuters BERLIN. Der Obmann der Union im Ausschuss, Andreas Schmidt, sagte der Zeitung "Die Welt", CDU und CSU wollten eine Gegenüberstellung der beiden SPD-Politiker beantragen. In einem Kreuzverhör solle nach dem Willen Schmidts der Widerspruch zwischen Müntefering und Wettig-Danielmeier aufgeklärt werden, schreibt die Zeitung am Montag. Am Sonntag hatte Müntefering erklärt, er habe den Bericht des Wirtschaftsprüfers Dieter Menger mit einer Liste der Empfänger fingierter Spendenquittungen vom 14. März nicht gekannt, obwohl sein Büro frühzeitig darüber informiert worden war.

Wettig-Danielmeier hatte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" gesagt, die Liste Mengers habe Müntefering und seinem Büro zur Verfügung gestanden. Sie selbst habe Müntefering noch vor seiner Befragung durch den Untersuchungsausschuss des Bundestages angeboten, alles im Einzelnen zu erklären. Müntefering habe dies mit der Begründung abgelehnt, keine Zeit zu haben. Müntefering hatte im Untersuchungsausschuss des Bundestages am 21. März gesagt, die fingierten Spendernamen nicht zu kennen und auch niemanden zu kennen, der sie kenne. Die Union hatte ihm daraufhin vorgeworfen, den Ausschuss belogen zu haben.

Am Sonntag hieß es in einer gemeinsamen Pressemitteilung Münteferings und Wettig-Danielmeiers, das Büro des Generalsekretärs sei über den Bericht Mengers unterrichtet worden. "Es gab keinen Anlass, diesen Bericht dem Generalsekretär gesondert zuzustellen", wird dort erklärt. Grund sei gewesen, dass der Bericht von der Schatzmeisterin, Vertretern des Landesvorstands der SPD in Nordrhein-Westfalen und des Unterbezirks Köln als "nicht belastbar" eingestuft worden war. Hintergrund der Affäre sind Großspenden, die gestückelt und damit illegal der Kölner Parteikasse zugeleitet wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%