Kriege, Boykotte, finanzielle Probleme, politische Eunflussnahme
Unkaputtbares Spektakel

Seit ihrer Neuauflage 1896 mussten die Olympischen Spiele viele Probleme meistern. Doch Kriege, finanzielle Probleme, Boykotte, Debakel, Missbrauch und viele weitere große und kleine Probleme konnten die Spiele nicht aufhalten, die wichtigste Sportveranstaltung der Welt zu werden.

HB DÜSSELDORF. Kriege, Boykotte, politischer Missbrauch - all diese Probleme haben die Olympischen Spiele stets gemeistert und nichts hat ihre Entwicklung zum größten Spektakel der Welt bremsen können. Die Spiele faszinieren immer wieder. Doch sie bringen nicht nur große Sieger hervor sondern auch tragische Verlierer. Ein Rückblick auf die 27 Sommerspiele ruft Gewinner und Verlierer, Krisen und Höhepunkte in die Erinnerung zurück.

I. 1896 Athen:
241 Sportler aus 14 Ländern geben in neun Sportarten und 43 Wettbewerben den Startschuss zu den Olympischen Spielen der Neuzeit - 1503 Jahre, nachdem Kaiser Theodosius die antiken Spiele im Jahre 393 nach Christus verboten hatte, weil sie zu einem kommerziellen Spektakel für Berufssportler verkommen waren. Doch noch immer herrscht keine Gleichberechtigung, denn nur Männer sind bei der Neuauflage der Spiele startberechtigt. Der amerikanische Dreispringer James Connolly wird erster Olympiasieger und damit Nachfolger des antiken Premierensiegers Koroibas (776 v. Chr.). Erfolgreichster Teilnehmer aber ist mit vier ersten Plätzen im Turnen und Ringen der Berliner Goldschmied Carl Schuhmann. Die Sieger erhalten einen Ölzweig und eine Silber-, die Zweiten eine Kupfermedaille. Die Dritten gehen leer aus.

II. 1900 Paris:
"Paris wird schöner und besser", verspricht Pierre de Coubertin, der das Internationale Olympische Komitee (IOC) 1894 in der Pariser Sorbonne gegründet hatte. Doch ganz im Gegenteil: Die Spiele werden nicht die schönsten und besten der Neuzeit sondern ein großes Debakel. Die Spiele sind nämlich nur Teil der Weltausstellung, die über 162 Tage gehen. Erstmals sind Frauen dabei, aber die Amerikanerin Margaret Abbott soll wegen der chaotischen Organisation bis zu ihrem Tod 1955 nicht erfahren haben, dass sie ein olympisches Golf-Turnier gewonnen hatte. Ray Ewry (USA) gewinnt Weit-, Hoch- und Dreisprung aus dem Stand - bis 1908 fügt das Springwunder weitere sieben Erfolge hinzu, zählt man die zwei Siege bei der inoffiziellen Zwischen-Olympiade 1906 in Athen mit.

III. 1904 St. Louis:
Tabak-Weitspucken, Tonnenspringen, Stockfechten - mit außergewöhnlichen Sportarten wird St. Louis zur "Western-Olympiade". Ebenfalls Teil einer Weltausstellung und noch chaotischer als Paris bringt die Mississippi-Metropole die junge olympische Pflanze in Verruf. Geblieben ist nur, dass erstmals Medaillen in Gold, Silber und Bronze vergeben werden.

IV. 1908 London:
In das neue Olympiastadion "White City" mit integrierter Aschenbahn, Radrennbahn, Fußball-Feld und Schwimmbecken marschieren erstmals die teilnehmenden Nationen ein, deren Fahnen als Novum im Stadion wehen. Pizzabäcker Dorando Pietri wird zum Symbol für Marathon-Dramen: Er taumelt auf der Zielgeraden und wird disqualifiziert, weil ihm Sherlock Holmes-Autor Sir Arthur Conan Doyle über die Ziellinie hilft. Der Grund für den Blackout des Italieners ist nicht etwa Erschöpfung, sondern das Dopingmittel Strychnin. So gerät Doping das erste Mal in den Vordergrund und auch die Spiele in der Weltmetropole London bleiben krisengeschüttelt.

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