Kriegsängste belasten: US-Wirtschaft nur schleppend gewachsen

Kriegsängste belasten
US-Wirtschaft nur schleppend gewachsen

Das US-Wirtschaftswachstum ist nach Einschätzung der US-Notenbank (Fed) Ende Januar und in den ersten drei Februarwochen angesichts der Sorgen um die Konjunkturlage in den USA und der Kriegsängste auf niedrigem Niveau geblieben.

rtr/vwd WASHINGTON. "Viele Berichte deuten an, dass die weltpolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten die Ausgaben der Verbraucher und Unternehmen begrenzten und auch die kurzfristigen Erwartungen zügelten", hieß es in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturbericht "Beige Book" der Fed.

Im Wesentlichen sei die Lage im Vergleich zum vorangegangenen Bericht unverändert geblieben, nur wenige Distrikte hätten erwähnenswerte Änderungen berichtet. Die Kriegsgefahr und die verbreitete Unsicherheit belasteten sowohl die Ausgabenneigung wie auch die Aussichten für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.

Die Konsumausgaben seien aufs Ganze betrachtet schwach geblieben, während die Ausgaben der Unternehmen als "sehr matt" einzuschätzen seien, hier habe sich auch an der Neigung, neue Arbeitsplätze zu schaffen und hinsichtlich der Investitionen wenig getan.

Die Unternehmen seien angesichts der Unsicherheiten über die weitere Entwicklung sehr zögerlich mit Neueinstellungen von dauerhaft Festangestellten. Die Einzelhandelsumsätze haben dem Bericht zufolge im Januar landesweit weitgehend stagniert, im Februar sei eine leichte Verbesserung eingetreten. Nachteilig habe sich vor allem in den Distrikten New York, Richmond und Philadelphia das strenge Winterwetter ausgewirkt.

Die Aktivität im Verarbeitenden Gewerbe sei im ganzen Land schwach, allerdings gehe aus der Hälfte der Distriktsberichte hervor, dass erste Anzeichen einer Besserung der Lage erkennbar seien. Auch die Nachfrage nach High-Tech-Produkten erhöhe sich mancherorts, daneben habe sich das Umfeld im Bereich Halbleiter in den Distrikten Boston und San Francisco verbessert, hieß es weiter.

Im Bankensektor sei nach den Marktsegmenten zu differenzieren. Aus den meisten Distrikten werde eine nach wie vor steigende Kreditnachfrage der Haushalte berichtet, die von einer robusten Hypothekennachfrage getrieben werde. Andere Konsumentenkredite stagnierten dagegen oder wiesen in der Tendenz nach unten. Im Unternehmensbereich sei die Kreditnachfrage landesweit schwach, was wiederum auf das geopolitische und ökonomische Umfeld zurückzuführen sei.

Im Immobilien- und Bausektor zeichnet die Fed ein durchwachsenes Bild. Neubauverkäufe und Verkäufe bestehender Häuser seien weiterhin robust, dagegen tue sich wenig im gewerblichen Immobilienbereich. Bedenklich sei der "weitreichende" ökonomische Einfluss der steigenden Energiekosten. Hier wirke sich eine Kombination von geopolitischen Risiken, einem harten Winter an der Ostküste und geringen Lagerbeständen negativ aus. Die Preissteigerungen verteuerten die Produktion in der Industrie und resultierten in einem höheren Preisniveau im Transportgewerbe.

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