Kriegsangst bleibt
Märkte reagieren kaum auf Irak-Resolution

Die einstimmige Verabschiedung der Irak-Resolution im UNO-Sicherheitsrat hat an den Finanzmärkten am Freitag erwartungsgemäß kaum Reaktionen ausgelöst.

Reuters NEW YORK. "Damit war gerechnet worden", kommentierte Dan McMahon von CIBC World Markets in New York die UNO-Entscheidung. Der Ölpreis tendierte zunächst kaum verändert, zog dann aber etwas an. Nach dem Resolutionsbeschluss sei zwar kein unmittelbarerer Angriff der USA auf Irak zu erwarten, aber die Ängste am Markt vor einer drohenden Militäraktion blieben bestehen, sagten Händler. Die US-Währung gab angesichts der anhaltenden Kriegsgefahr etwas nach, der Euro stieg auf Kurse um 1,0140 Dollar. Die New Yorker Aktienmärkte notierten etwas schwächer.

In der Resolution der Vereinten Nationen (UNO) wird der Irak zur Abrüstung aufgefordert. Falls das Land die UNO-Auflagen zur Abrüstung verletze, müsse Irak mit "ernsten Konsequenzen" rechnen, heißt es in der von den USA und Großbritannien eingebrachten Entschließung. Irak müsse den UNO-Waffeninspektoren die "sofortige, ungehinderte und bedingungslose" Wiederaufnahme ihrer Suche nach Massenvernichtungswaffen ermöglichen.

"Der Zeitpunkt für eine Militäraktion wird um einige Monate verschoben", sagte Jade Zelnik, Chefvolkswirtin von Greenwich Capital Markets. Die Unsicherheit an den Märkten bleibe aber weiter bestehen, da die Kriegsgefahr nicht gebannt sei. Die Furcht vor einem US-Angriff gegen Irak und einer damit verbundenen Unterbrechung der Öl-Lieferungen aus dem gesamten Nahen Osten hatten den Ölpreis in den vergangenen Monaten fast auf 30 Dollar getrieben. Eine andauernde Überproduktion der Organisation Erdöl produzierender Staaten (Opec) drückte den Preis jedoch wieder unter 24 Dollar. Am Freitag kostete ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Dezember mit 23,75 Dollar 27 Cent mehr als am Vortag.

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