Kriegsangst ist ein Faktor
Euro und politische Lage belasten den Dax

Der gestiegene Euro, ein anhaltend hoher Ölpreis und Sorgen wegen eines drohenden Irak-Kriegs haben am Freitag zu einem schwächeren Schluss des Dax geführt. Das Börsenbarometer sank um 1,1 Prozent oder 35 auf 3 077 Punkte. Belastend wirkte sich auch die Entwicklung in Nordkorea aus.

HB/vwd. FRANKFURT. Pjöngjang hatte am Donnerstag angekündigt, umstrittene Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen und von den USA am Freitag zudem eine Entschuldigung für die Beschlagnahme eines Frachters gefordert.

Zudem warf der am kommenden Freitag anstehende große Verfall am Terminmarkt bereits seine Schatten voraus. "Viele Investoren fangen jetzt schon an, sich entsprechend zu positionieren und die Aktien in die für sie passende Richtung zu bewegen", berichteten Aktienhändler. Bei dem Verfall laufen Terminkontrakte auf Einzelaktien und Indizes aus. Dies führt erfahrungsgemäß zu großen Kursschwankungen. Die an diesem Freitag veröffentlichten US-Konjunkturdaten hatten den DAX hingegen nur kurzzeitig beeinflusst.

Deutlich im Minus lagen vor allem exportintensive Werte wie Automobil- oder Chemietitel. Der auf ein Jahreshoch zum US-Dollar gestiegene Euro verteuert die Waren im Ausland und dämpft den Export.

Daimler-Chrysler verbilligten sich um 2,6 Prozent auf 31,22 Euro und BMW gaben 1,6 Prozent auf 30,95 Euro ab. VW verloren2 Prozent auf 37,63 Euro Bei den Chemietiteln fielen Bayer mit einem Minus von 4,2 Prozent (21,49 Euro) auf. Die Durchsuchung im Zusammenhang mit vermuteten Verstößen gegen das Kartellrecht belastete weiter den Kurs, hieß es. BASF verloren 2,5 Prozent auf 37,62 Euro.

Im Technologiesektor zeigten sich Infineon sehr schwankungsanfällig. In London fand eine ganztägige Unternehmenpräsentation statt, die den Kurs hin und her pendeln ließ. Am Morgen hat das Unternehmen mitgeteilt, dass in seinem Dresdner Chip-Werk im Sommer 2003 mit der Produktion von 300-mm-Speicherchips Kostenvorteile von 30 Prozent gegenüber der herkömmlichen Technologie realisiert würden. Durch diese Umstellung der Produktion habe Infineon einen Wettbewerbsvorteil von vier bis fünf Jahren. Infineon schlossen dennoch belastet von den Abgaben des US-Halbleitersektors mit einem Minus von 1,1 Prozent bei 7,49 Euro. Epcos gaben 7,3 Prozent auf 12,14 Euro nach; Siemens um 0,6 Prozent auf 43,56 Euro.

Die Aktien der Deutschen Telekom lagen entgegen der Tendenz im Plus und gewannen 0,5 Prozent auf 12,58 Euro. Der Verkaufspreis der Beteiligung an Eutelsat habe im Rahmen der Erwartungen gelegen, hieß es. Die charttechnische Lage stimme aber positiv - bei einem Anstieg über 13,30 Euro würde wie zuvor bei France Telecom und Vodafone eine längerfristige Bodenbildung abgeschlossen.

Im Blick der Investoren standen auch Eon. Das "Handelsblatt" berichtete, dass das Unternehmen durch den Verkauf der Tochter Viterra bis zu 1 Mrd. Euro erzielen könnte. Die Aktie konnte sich der Markttendenz jedoch nicht entziehen und verlor 1 Prozent auf 42,97 Euro. Der im MDAX gelistete Flughafenbetreiber Fraport hatte am Morgen schwache Zahlen zum Fracht- und Passagieraufkommen im November veröffentlicht. Die Aktie fiel auf ein neues Allzeittief und schloss mit einem Abschlag von 1,9 Prozent auf 17,99 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%