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Kriegsangst verschreckt Touristen

Der Fremdenverkehr ist für die Länder rund um das Mittelmeer ein außerordentlich wichtiger Wirtschaftszweig - aber auch ein sehr krisenanfälliger, wie die aktuelle Entwicklung zeigt.

Reiseveranstalter in Italien beklagen eine Flut von Stornierungen, Hotelketten in der Türkei melden Leerstände von bis zu 70 Prozent. Vor allem US-Amerikaner sagen Europareisen ab, weil sie fürchten, nach militärischen Gegenschlägen gegen die Urheber des Terrors nicht mehr sicher zurück nach Hause zu kommen.

Die Stornierungen treffen sowohl Länder wie Israel und Ägypten, in denen die Angst vor islamistischem Terror seit Jahren die Touristen begleitet, als auch zum Beispiel die Kulturstädte der Toskana, die unter dem Ausbleiben der Amerikaner leiden. Für spezialisierte Reiseveranstalter und Hoteliers und Gastronomen vor Ort kann ein solcher psychologisch bedingter Kundenschwund existenzbedrohend sein. Und auch für eine auf Devisenzuflüsse angewiesene Volkswirtschaft wie die Türkei wird durch die Ausfälle in ihrem Bemühen um eine Überwindung der Wirtschaftskrise zurückgeworfen.

Die großen Reisekonzerne haben es da besser: Auch wenn es in einzelnen Regionen schlecht läuft, können sie das dank ihrer breiten Angebotspalette abfedern. Verheerend wäre es für sie allerdings, wenn es weitere Anschläge auf den Flugverkehr gäbe. Eine weit verbreitete Angst vor dem Fliegen würde das Pauschalreisegeschäft insgesamt empfindlich treffen. Ein Vorteil für die Reiseveranstalter ist es außerdem, dass die Hauptreisesaison weitgehend störungsfrei zuende gegangen ist. Und auf den Skiurlaub wird wohl niemand wegen eines Krieges in Afghanistan verzichten. Wenn es keinen lang anhaltenden Krieg oder einen Flächenbrand im Nahen Osten gibt, dürften die Reise-Riesen also glimpflich davon kommen.

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