Kriegssorgen bleiben
Dollar von Tagesverlusten erholt

Der Euro sank im Geschäftsverlauf auf Kurse nahe seines Vorabendniveaus von 0,9920 $. Die EZB hatte den Referenzkurs zuvor mit 0,9975 (Vortag 0,9947) $ festgelegt. Auch zur japanischen Währung erholte sich der $ leicht auf Kurse knapp über 118 Yen, nachdem er zuvor fast einen halben Yen verloren hatte.

Reuters NEW YORK. Die Unsicherheit am Markt angesichts eines möglichen Angriffs der USA gegen Irak halte den Dollar weiter unter Druck, sagten Händler. Am Freitag dürften die mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktzahlen im Mittelpunkt des Handels stehen.

Der in Krisenzeiten als sicherer Anlagehafen geltende Schweizer Franken legte zum Dollar kräftig auf Kurse um 1,47 Franken zu. Händler sagten, angesichts eines drohenden Irak-Kriegs gewinne der Franken für viele Anleger erneut an Attraktivität.

Analysten werteten die am Nachmittag vorgelegten Konjunkturdaten für die USA eher als Zeichen für eine schwache Wirtschaftserholung. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) signalisierte für August mit einem Stand von 50,9 nach 53,1 Punkten im Juli eine deutlich schwächere Zunahme der Geschäftstätigkeit im Dienstleistungssektor der USA als von Volkswirten prognostiziert. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sank in der vergangenen Woche um 8 000 auf 403 000 und lag damit höher als von Analysten erwartet.

"Das Geschäft am Devisenmarkt scheint vor allem auch technisch begründet zu sein. Viele Leute wollen im Vorfeld der August-Arbeitsmarktdaten von Freitag schnelle Gewinne mitnehmen", sagte Lara Rhame von Brown in New York mit Blick auf die starken Kursschwankungen. Analysten erwarten bei einer unveränderten Arbeitslosenquote von 5,9 % einen Anstieg der Beschäftigtenzahl um 37 000 nach plus 6 000 im Juli.

Händler sehen die US-Valuta in den nächsten Tagen weiter unter Druck. "Hauptsächlich belastet die zunehmende Angst, dass es vor Jahresende zu einem Krieg gegen den Irak kommen könnte, den Dollar", sagte Volkswirt Rob Hayward von ABN Amro. US-Präsident George W. Bush verfügt nach Angaben des Präsidialamts über genügend Beweise für das Streben Iraks nach Massenvernichtungswaffen, um die Entmachtung von Staatschef Saddam Hussein zu rechtfertigen. Das US-Präsidialamt bekräftigte aber zugleich, Bush habe noch keine Entscheidung über einen Militärschlag gegen Irak getroffen.

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