Kriegsvorbereitungen in Bagdad
Irak will Ölquellen verteidigen

Die irakische Regierung will im Falle eines von den USA angeführten Angriffs versuchen, die Ölfelder und Raffinerien des Landes zu verteidigen. "Alle Vorbereitungen sind getroffen, um eine bewaffnete Verteidigung unserer Ölindustrie zu gewährleisten", sagte der stellvertretende Ölminister, Hussein El Hadithi, am Freitag vor der Presse in Bagdad.

HB/dpa BAGDAD. Er bestritt energisch, dass Bagdad die Absicht habe, im Falle eines US-Angriffs die Ölquellen in Brand zu setzen. "Wie sollte man seinen eigenen Reichtum verbrennen?", fragte er. Als die irakischen Truppen 1991 von einer US-geführten Allianz aus dem okkupierten Kuwait vertrieben wurden, waren etliche kuwaitische Ölfelder von den abziehenden Irakern in Brand gesteckt worden.

Die irakische Zeitung "Al-Thawra", das Sprachrohr der "Baath"-Partei von Präsident Saddam Hussein, schrieb am Freitag, die Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sollten nicht "auf die Pläne der USA und Großbritanniens hereinfallen". Diese wollten bei den Vereinten Nationen um jeden Preis eine neue Resolution durchsetzen, "auch wenn andere Staaten fordern, den Waffeninspekteuren mehr Zeit zu geben...und diese anderen Staaten glauben, dass eine zweite Resolution nicht notwendig ist".

Augenzeugen berichteten unterdessen, in Bagdad und anderen irakischen Städten hätten sich die Menschen und die Behörden inzwischen auf einen bald bevorstehenden Krieg eingestellt. So seien etwa die Polizisten seit einigen Tagen schwerer bewaffnet.

Die Zerstörung der Al-Samoud-2-Raketen durch die Iraker wurde am Freitag offenbar wegen des islamischen Wochenfeiertags unterbrochen. Die Aktion soll nach Angaben aus dem Informationsministerium in Bagdad am Samstag weitergehen. Nach Angaben der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC) wurden bislang 34 von insgesamt 120 Raketen zerstört.

Die Waffenkontrolleure waren am Freitag nach Angaben der irakischen Behörden nur an zwei Orten aktiv. Biowaffenexperten hätten erneut die Grabungen am Sprengplatz in el Asisiya beobachtet. Dort hatte Bagdad nach eigenen Angaben im Sommer 1991 Flugzeugbomben vernichtet, die mit biologischen Kampfstoffen gefüllt waren. Ein weiteres UNMOVIC-Team startete unterdessen von Mosul aus mit dem Hubschrauber zu einer Inspektion im Nordirak.

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