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Kriminalisieren hilft nicht

Die Musikbranche hat in den USA einen neuen juristischen Sieg gegen Internet-Musikpiraten errungen, damit befindet sich die Branche weiter auf dem Holzweg.

Die Musikbranche hat in den USA einen neuen juristischen Sieg gegen Internet-Musikpiraten errungen: Der Internet-Zugangsanbieter Verizon muss dem Verband der Musikindustrie die Nutzer der Musiktauschbörse Kaaza nennen.

Eine gute Basis, um Raubkopierer auf Schadenersatz zu verklagen. Doch die Kriminalisierung der Nutzer allein ist kein Erfolgskonzept. Wird eine Tauschbörse mit Hilfe der Gerichte stillgelegt, entstehen gleich drei neue. Die Musikkonzerne müssen sich mehr einfallen lassen. Ihre eigenen Musikportale Musicnet und Pressplay kümmern wegen eines mickrigen Angebots, hoher Preise und eines nutzerfeindlichen Kopierschutzes dahin. Einen exklusiven Zugang zu Live-Material, kurze Ladezeiten, günstige Konzertkarten oder andere Angebote, die Kunden locken könnten, fehlen.

Dass die Industrie das Internet auch offensiv und kreativ nutzen könnte, zeigen kleine, unabhängige Musikfirmen wie !K7, Compost, Kitty-Yo und Morr Music, die in Nischenmärkten wie Dance, Hiphop und Elektronik Erfolg haben. Sie nutzen die digitale Musik, um ihre Künstler bekannt zu machen und deren Verkäufe anzukurbeln. Und sie haben begriffen, dass Musik billiger werden muss. Solange die meisten Musikfans die Tonträger-Preise für überzogen halten, werden sie keine Skrupel haben, sich die Songs illegal zu besorgen.

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