Krise der Musik-Branche
BMG Deutschland rechnet mit schwarze Zahlen

Dank des Erfolges von "Deutschland sucht den Superstar" und internationalen Künstlern wie Pink oder Santana erwartet die Bertelsmann-Musiksparte BMG in Deutschland 2003 entgegen dem Markttrend ein Umsatzwachstum.

Reuters MÜNCHEN. Im ersten Halbjahr habe BMG Deutschland ein Umsatzplus von sechs Prozent erzielt, während der Markt mehr als 20 Prozent eingebrochen sei, erläuterte Thomas Stein, BMG-Chef für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz, am Dienstagabend in München. "Wir hoffen, das im Gesamtjahr forttragen zu können", fügte er hinzu. 2002 hatte BMG Deutschland einen Umsatz von 237 Millionen Euro erzielt. Die Landesgesellschaft werde in diesem Jahr auch ein "vernünftiges positives Ergebnis" an den BMG-Konzern in New York liefern, sagte Stein. Die Umsatzrendite werde vermutlich im mittleren einstelligen Bereich liegen.

Raubkopien und illegale Downloads aus dem Internet machen der Musikindustrie weltweit zu schaffen und sorgen seit zwei Jahren für kontinuierliche Umsatzrückgänge. Deutschland ist davon noch stärker betroffen. BMG erwartet einen Rückgang des weltweiten Musikmarktes in diesem Jahr von sieben Prozent, in Deutschland aber mittlerweile ein Minus von rund 20 Prozent.

BMG, weltweit der viertgrößte Musikkonzern nach Marktführer Universal, Sony Music und Warner, kann sich in Deutschland diesem Trend entziehen. Grund dafür sei zum einen der Erfolg der CDs zur RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar", weiterer nationaler Künstler wie Peter Maffay oder Wolfgang Petry und des internationalen BMG-Repertoires, erläuterte Stein. Der Manager erlangte als Jurymitglied bei "Deutschland sucht den Superstar" große Bekanntheit und wird auch bei der zweiten Staffel der Show ab September wieder dabei sein. BMG Deutschland habe aber auch einen massiven Sparkurs hinter sich, fügte er hinzu. Ende des Jahres werde die Gesellschaft noch knapp 300 Mitarbeiter haben, vor drei Jahren seien es noch 570 gewesen. Außerdem sei die Zahl der aktiven Künstler in den vergangenen zwei Jahren auf 92 halbiert worden.

Eine Konsolidierung in der krisengeschüttelten Musikindustrie hält Stein für unvermeidbar. "Die Marktsituation ist so anstrengend für jeden, dass jeder mit jedem überlegt, was es für Möglichkeiten gibt." BMG steht schon lange im Zentrum von Spekulationen über eine Zusammengehen mit Warner Music, der zu AOL Time Warner gehört. In unternehmensnahen Kreisen hieß es, die Gespräche zwischen den beiden Gesellschaften machten gute Fortschritte und könnten schon in den nächsten zwei Monaten zu einem Ergebnis führen. Allerdings gebe es noch keine Einigung über die Bewertung der Unternehmen und des jeweiligen Managements. In der Vergangenheit hatten aber Kartellbehörden Fusionen unter den fünf großen Musikkonzernen verhindert.

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