Krise dürfte frühestens 2004 überwunden werden: Luft- und Raumfahrt fürchtet massiven Stellenabbau

Krise dürfte frühestens 2004 überwunden werden
Luft- und Raumfahrt fürchtet massiven Stellenabbau

In der deutschen Luft- und Raumfahrt wird es in diesem Jahr vermutlich zu einem massiven Stellenabbau kommen. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) fürchtet, dass bei Herstellern und Zulieferern bis zu 4000 Arbeitsplätze verloren gehen.

HB/dpa BERLIN. Auch beim Umsatz werde es vermutlich das zweite Jahr in Folge ein Minus geben, sagte BDLI-Präsident Rainer Hertrich am Mittwoch in Berlin. Die Krise, unter der die Branche weltweit leidet, werde "frühestens 2004" überwunden sein.

Derzeit sind in der deutschen Luft- und Raumfahrt knapp 70 000 Menschen beschäftigt. Im vergangenen Jahr verloren bereits 1750 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Dabei wirkten sich vor allem die Insolvenzen des Flugzeugbauers Fairchild-Dornier und des Luftschiff- Entwicklers CargoLifter negativ aus. Erstmals seit Mitte der 90er Jahre gingen in der erfolgsverwöhnten Branche die Umsätze zurück: Sie brachen um 7,9 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro ein.

Nach den Terror-Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA klagen fast alle großen Fluggesellschaften über sinkende Passagierzahlen und geringeres Frachtaufkommen. Daraufhin wurden viele Flugzeugbestellungen annulliert. Der europäische Flugzeugbauer Airbus lieferte im vergangenen Jahr nur noch 303 Flugzeuge aus. 2001 waren es noch 325. Der BDLI fürchtet, dass in diesem Jahr nicht einmal die 300er-Marke erreicht wird. Dies werde "sehr schwer", sagte Hertrich, der auch Co-Präsident der EADS (European Aeronautic Defence and Space Company) ist.

Zu leiden haben darunter vor allem Ausrüster und Zulieferer, wo auch der größte Stellenabbau erwartet wird. Bei Airbus selbst gelang es bislang, die Probleme durch Überstundenabbau und Kurzarbeit in Grenzen zu halten. Mittelfristig hofft der BDLI wieder auf Wachstum im einstelligen Prozentbereich. Als wichtigste Projekte gelten dabei das Großraumflugzeug A380 sowie der Militärtransporter A400M.

Noch schlimmer steckt die Raumfahrtindustrie in der Krise. Dort macht sich vor allem der Einbruch in der Telekommunikationsbranche bemerkbar, weshalb auch weniger Satelliten ins All gebracht werden. In Deutschland erwirtschaftete die Branche mit knapp 5900 Beschäftigten einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Hertrich warnte deshalb davor, das nationale Raumfahrtprogramm weiter zu kürzen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hatte kürzlich beschlossen, statt der geplanten 157 Millionen Euro nur 118 Millionen bereitzustellen.

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