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Krisen-Clubs hoffen auf die Wende

Spitzenspiel im Münchner Olympiastadion, Krisenbewältigung auf den anderen Plätzen - in der ersten englischen Woche der Bundesliga-Saison will der deutsche Rekordmeister einen erneuten Angriff auf die Tabellenspitze unternehmen.

dpa DÜSSELDORF. Spitzenspiel im Münchner Olympiastadion, Krisenbewältigung auf den anderen Plätzen - in der ersten englischen Woche der Bundesliga-Saison will der deutsche Rekordmeister einen erneuten Angriff auf die Tabellenspitze unternehmen.

"Das wird eine heiße Partie. Ein Erfolg gibt natürlich auch Selbstbewusstsein. Das können wir brauchen, wenn Wolfsburg kommt", meinte Bayern-Trainer Felix Magath nach dem Sieg in Rostock und vor dem Gipfeltreffen mit dem Tabellenführer. Mit drei Zählern könnten die Münchner den Abstand auf den VfL auf einen Punkt verringern.

In den anderen drei Dienstag-Partien hoffen die krisengeschüttelten Clubs aus Dortmund, Bochum und Kaiserslautern auf einen Befreiungsschlag. Der auf Platz 15 abgestürzte einstige Branchenprimus BVB steckt nach Aussage seines Trainers Bert van Marwijk im Abstiegskampf und steht vor der Partie bei Hertha BSC gehörig unter Druck. "Es gibt jetzt sicherlich kein allgemein gültiges Patentrezept, um da unten raus zu kommen. Aber wir werden einiges versuchen", sagte der designierte Präsident Reinhard Rauball.

Als erste Maßnahme zur Problembewältigung wird das Team nach der Partie in Berlin ein Trainingslager im Westerwald beziehen. "Die Mannschaft hat Defizite und daran muss gearbeitet werden. Wir wollen über Vieles reden", kündigte Rauball an. Auch für Van Marwijk wird die Luft allmählich dünner. Noch halten die Verantwortlichen an dem Niederländer fest, aber bei einer Fortsetzung der Misserfolgs-Serie dürfte auch sein Job in Gefahr sein.

Noch schwieriger ist die Situation derzeit für Van Marwijks Trainerkollegen Kurt Jara. Der Österreicher arbeitet seit Wochen nur noch auf Bewährung beim Tabellenletzten 1. FC Kaiserslautern. Die Stimmung bei den Pfälzern ist gereizt, für zusätzliche Brisanz sorgte am Wochenende die "Maulwurf-Affäre": Kapitän Timo Wenzel sammelte die Handys seiner Mitspieler ein, um herauszubekommen, ob ein Teamkollege Interna aus einer geheimen Sitzung an die Presse weitergab.

Jara selbst denkt vor dem Spiel bei Hannover 96 nicht ans Aufgeben. "Ich werde weiter kämpfen, und auch die Mannschaft ist bereit, mit mir weiter zu kämpfen." Der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi gewährte seinem umstrittenen Coach noch einmal Aufschub. "Herr Jara ist auf jeden Fall in den Spielen in Hannover und gegen Bielefeld unser Trainer", meinte Jäggi.

Nur einen Platz vor den Pfälzern rangiert das Überraschungs-Team der vergangenen Saison aus Bochum. Nach dem bitteren Last-Minute-Aus im Uefa-Pokal gegen Lüttich hat der VfL kein Bein mehr auf den Boden bekommen und ist bis auf Platz 17 abgestürzt. Ein Sieg gegen Borussia Mönchengladbach ist daher Pflicht. Doch die Aussage von Trainer Peter Neururer nach der Niederlage in Wolfsburg ("Zur Halbzeit stellte sich nur noch die Frage, was wir tun können, um nicht abgeschlachtet zu werden") spricht Bände. Die einstige "Nummer eins im Revier" ist derzeit nur noch ein Schatten vergangener Tage. "Wenn es uns nicht gelingen sollte, gegen Gladbach den ersten Heimsieg einzufahren, geht es ab sofort gegen den Abstieg", machte Neururer klar.

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