Krisengeschüttelte Firmen treten Flucht nach vorne an
Am Neuen Markt keimt wieder etwas Hoffnung auf

Wer offen über die eigene Krise spricht und dabei einen Weg hin zu besseren Zeiten aufzeigt, kann sich wieder Sympathiepunkte bei den Anlegern sichern. Die griffen am Mittwoch zwar vorsichtig, aber bestimmt zu. Der Nemax stieg um 2,26 Prozent auf 1 015 Punkte, der Nemax 50 legte um 2,59 Prozent auf 1 034 Punkte zu.

FRANKFURT/M. Die Frage, die sich derzeit börsentäglich am Neuen Markt stellt, ist: Wer rutscht gerade in die Krise, wer befindet sich mittendrin und wer ist dabei, sie zu verlassen? Zweifellos sind viele Unternehmen, die im Moment ihre Zahlen für 2001 vorlegen, gerade mittendrin, lassen aber nichts unversucht, um einen positiven Ausblick auf die Zukunft zu geben.

So musste unter anderem die finanziell angeschlagene NSE Software einräumen, dass sich ein Verlust vor Zinsen und Steuern von 12,3 Mill. Euro angehäuft hat. Damit wurde die eigene Minus-Prognose von 10,1 Mill. Euro noch übertroffen. Dass im vierten Quartal 2001 aber vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein leichter Gewinn erzielt wurde, feierte das Unternehmen bereits als Trendwende. Einige Spekulanten feierten mit und katapultierten den Penny-Stock um knapp 63 % auf 0,57 Euro.

Ähnlich die Aussage des Oberurseler Sicherheitssoftware-Spezialisten Utimaco . Der setzte im ersten Halbjahr 2001/02 mit 16,6 Mill. Euro zwar weniger um als im Vorjahreszeitraum (17,8 Mill. Euro) und machte einen Verlust vor Zinsen und Steuern von 3,2 Mill. Euro. Dass der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem ersten jedoch verdoppelt werden konnte, gab der Aktie einen Schub um 2,7 % auf 1,89 Euro.

Von inzwischen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen profitierte auch Mania, obwohl der Weilroder Technologiekonzern 2001 ein Drittel weniger als im Vorjahr umsetzte und dabei kaum noch Gewinne verbuchte. Mit dem Verkauf von Randaktivitäten und der Fokussierung auf Kerngeschäftsfelder will Mania wieder zu alter Profitabilität zurückkehren. Das verhalf der seit Jahresbeginn eingebrochenen Aktie zum Plus von 1 % auf 1,98 Euro.

Weitaus weniger gut kamen die Halbjahreszahlen des Mediendienstleisters Media und des Computerspiele-Anbieters Swing an. Media verloren lange, zogen am Abend aber um 5 % auf 2,23 Euro an, Swing gaben 15,5 % auf 3,05 Euro ab. Media geht von einem deutlichen Gesamtjahresverlust aus, Swing machte weniger Umsatz- und Gewinn. Groß war auch die Enttäuschung über die Zahlen von Mühlbauer. Der Hersteller kontaktloser Chipkarten - einst Inbegriff für stetiges Wachstum - verdient zwar immer noch gutes Geld, aber längst nicht mehr so viel wie im Jahr 2000. So ist bei den Oberpfälzern der Gewinn von Zinsen und Steuern um etwa zwei Drittel auf 8,5 Mill. Euro geschrumpft. Der Umsatz ging um etwa ein Fünftel auf 89,4 Mill. Euro zurück. Die Aktie stürzte um 3,9 % auf 22,35 Euro ab.

Auf dem Weg aus der Krise scheint nach dem erneuten Führungswechsel und klärenden Gesprächen mit Banken auch D.Logistics . Nach einem Plus von knapp 30 % am Dienstag legte die Aktie am Mittwoch um 44,4 % auf 3,51 Euro zu.

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