Krisengespräche mit Landesregierung und Banken
Erste Schritte auf dem Weg zur LTU-Sanierung

Die Rettung der angeschlagenen Düsseldorfer Fluggesellschaft LTU wurde auf den Weg gebracht. Die Dienstleistungsgewerkschaft verdi und die LTU-Geschäftsführung schlossen am Freitag den zweiten von drei geplanten Sanierungs-Tarifverträgen ab.

ddp DÜSSELDORF. Der Vertrag sieht nach verdi-Angaben vor, dass die rund 1 000 Beschäftigten des Kabinenpersonals bis Ende 2003 auf fünf Prozent ihres Gehalts sowie die Hälfte des 13. Gehalts verzichten. Eine entsprechende Vereinbarung war am Donnerstag bereits für die rund 1 200 Beschäftigten des Bodenpersonals getroffen worden.

Der finanzielle Verzicht der Beschäftigten bringt der LTU laut verdi jährliche Einsparungen von rund 28 Mill. DM. "Das ist eine deutliche Vorleistung für die Sanierungsgespräche", sagte ein verdi-Sprecher. Am Nachmittag wollten Landesregierung, LTU-Geschäftsleitung und Bankenvertreter über Rettungsmaßnahmen für Deutschlands zweitgrößten Ferienflieger beraten.

Bei den Gesprächen sollte es vor allem darum gehen, ob der LTU die geforderte Landesbürgschaft in Höhe von 200 bis 300 Mill. DM gewährt wird. Davon hängt die Gewährung weiterer Kredite für die LTU ab, die durch den Konkurs ihres Hauptaktionärs, der schweizerischen Swissair, ins Trudeln geraten ist.

Noch keine Einigung mit Cockpit

Unterdessen ist der mit den LTU-Piloten geplante dritte Sanierungs-Tarifvertrag noch nicht unter Dach und Fach. Die Tarifkommissionen der Pilotenvereinigung Cockpit hätten sich "außer Stande" gesehen, dem von der LTU-Geschäftsleitung angesetzten Gehaltsverzicht von zehn Prozent zuzustimmen, teilte LTU mit. Der Gehaltsverzicht der LTU-Piloten soll den Plänen zufolge Einsparungen von 59 bis 65 Mill. DM bringen. Dies entspricht der Pilotenvereinigung Cockpit zufolge mehr als 40 % des von der Gesamt-Belegschaft eingeforderten Betrages.

Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD) sagte am Freitagmorgen im WDR, er sei "der Überzeugung, dass die LTU zu retten ist". Allerdings sei dies "nicht allein Sache der Landesregierung." Deren Engagement in Form von Bürgschaften hänge davon ab, "ob es ein Sanierungskonzept gibt, welches glaubhaft und nachvollziehbar ist".

fbr/sah

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