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Krisengipfel bei Karstadt-Quelle - Angeblich 8 700 Stellen wackeln

Krisengipfel unter Zeitdruck bei Karstadt-Quelle Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter des angeschlagenen Handelsriesen wollten am Sonntag bei einem Treffen in Berlin nach dpa-Informationen nach einer Lösung im Sanierungsstreit suchen. Ort und nähere Einzelheiten waren zunächst unbekannt.

dpa-afx ESSEN/BERLIN. Krisengipfel unter Zeitdruck bei Karstadt-Quelle Aufsichtsrat und Arbeitnehmervertreter des angeschlagenen Handelsriesen wollten am Sonntag bei einem Treffen in Berlin nach dpa-Informationen nach einer Lösung im Sanierungsstreit suchen. Ort und nähere Einzelheiten waren zunächst unbekannt. Bleibt eine Einigung aus, könnten 8 700 Stellen über betriebsbedingte Kündigungen abgebaut werden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Das Management dringt auf eine Lösung bis zur Aufsichtsratssitzung am kommenden Donnerstag, damit die geplante Kapitalerhöhung um 500 Mill. Euro rasch kommen kann.

"Die Verantwortung liegt nun allein auf den Schultern des Gesamtbetriebsrats und ver.di", zitierte die Zeitung aus Aufsichtsratskreisen. Von den Arbeitnehmern werde ein Ergebnisbeitrag von mindestens 200 Mill. Euro verlangt. Er soll erreicht werden über verlängerte Arbeitszeiten, Verzicht auf Urlaub und übertarifliche Leistungen. An den Beitrag der Arbeitnehmer haben die Banken ihre Kreditzusage sowie die Gesellschafter ihre Zustimmung zu die Kapitalerhöhung geknüpft. Am Montag beginnen Gespräche mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Die Woche gilt als möglicherweise entscheidend für Karstadt-Quelle.

Die Positionen von Management und Belegschaft lagen bislang weit auseinander. Während die Arbeitnehmerseite zwar zum Verzicht auf übertarifliche Leistungen bereit ist, lehnt sie die vom Vorstand geforderten längeren Arbeitszeiten oder betriebsbedingte Kündigungen kategorisch ab. Ein namentlich nicht genanntes Mitglied des Aufsichtsrates sagte der "Welt am Sonntag": "Bis zum Donnerstag muss es eine Einigung mit den Gewerkschaften geben. Sonst platzt die vorhergesehene Kapitalerhöhung auf Grund aktienrechtlicher Bestimmungen in diesem Jahr."

'Lassen UNS Nicht Unter Zeitdruck Setzen'

ver.di rechnet dagegen nicht mit einer Einigung vor Ende Oktober. "Wir lassen uns nicht unter Zeitdruck setzen", sagte Franziska Wiethold, ver.di-Vorstandsmitglied für Handel, der Zeitung. Eine raschere Einigung sei nur möglich, wenn "der Vorstand uns mit großen Schritten entgegenkommt." Eine Gehaltskürzung lehnte sie ab. Diese sei bei "der angespannten Lage der Karstadt-Angestellten" nicht denkbar.

Die Kapitalseite des Aufsichtsrates habe ver.di "vor einem Spiel mit dem Feuer" gewarnt, hieß es in dem Blatt weiter. 100 000 Arbeitsplatze stünden auf dem Spiel. Nachdem die Großaktionäre einer Kapitalerhöhung zugestimmt hätten und auch die Banken die Sanierung unterstützten, "muss jetzt die Arbeitnehmerseite ihren Beitrag leisten", sagte das Aufsichtsratsmitglied.

ver.di-Chef Frank Bsirske warnte Banken und Aktionäre vor Druck auf die Belegschaft. Die Rettung des Handelsriesen dürfe nicht durch "überzogene Forderungen und übermäßigen Druck" verspielt werden, schrieb Bsirske in einem Brief an die Landes- und Bezirkschefs der Gewerkschaft, wie die "Bild"-Zeitung am Samstag berichtete. Den Mitarbeitern von Karstadt-Quelle habe er den "Rückhalt" der gesamten Gewerkschaft zugesagt.

'Gute Gespräche'

Bereits seit Tagen laufende Unterredungen zwischen dem Management und dem Betriebsrat der Karstadt-Warenhäuser wurden am Samstag in Frankfurt fortgesetzt. Es seien "gute Gespräche" gewesen, sagte der Karstadt-Quelle-Sprecher nach Abschluss am Samstag, ohne Einzelheiten zu nennen. Die Beratungen sollen am Montag parallel zu den ver.di- Gesprächen fortgesetzt werden.

Der Aufsichtsrat erwarte unterdessen, dass einer der Großaktionäre bei der geplanten Kapitalerhöhung nicht mitziehen werde, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" weiter. Die Familie Margarete Riedel habe den Aufsichtsrat bereits vor zwei Monaten über ihre Verkaufsabsichten informiert. Die ebenfalls zu den Schickedanz- Erben gehörende Familie halte noch 9,02 Prozent./so/DP

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