Krisengipfel soll Bank aus finanzieller Schieflage befreien
Milliardenschwere Finanzspritze für Bankgesellschaft Berlin

Das Land Berlin, Mehrheitseigner des Konzerns, will alles Notwendige tun, um die angeschlagene Bankgesellschaft wieder in die Gewinnzone zu führen. Möglich wäre eine Kapitalaufstockung im Milliardenbereich.

dpa BERLIN. Als Konsequenz aus der finanziellen Schieflage der Bankgesellschaft Berlin soll das Immobiliengeschäft des Konzerns neu geordnet werden. Darauf einigten sich die Spitzen der großen Koalition und der Bankgesellschaft bei einem fast vierstündigen Krisengipfel am Samstag. Das Land Berlin - mit 56,6 % Mehrheitseigner des Konzerns - wird weiterhin alles Notwendige tun, um die angeschlagene Bankgesellschaft wieder in die Gewinnzone zu führen, betonten der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen und SPD-Chef Peter Strieder anschließend. Dabei ist offenbar auch eine Kapitalaufstockung im Milliardenbereich nicht ausgeschlossen.

Der Konzern war vor allem durch riskante Immobilien- und Kreditgeschäfte der Töchter Berlin Hyp, IBG und Landesbank unter Druck geraten. Nach den erneut aufgedeckten Risiken werden für das Jahr 2000 über 1,3 Mrd. DM an Wertberichtigungen anfallen - bei einem Betriebsergebnis, das um gut 28 % auf 1,49 Mrd. DM zurückgegangen ist. Sonderprüfungen der Bankenaufsicht und des Konzerns selbst bei den Töchtern könnten weitere Risiken aufdecken. Eine Dividende für 2000, die mit 135 Mill. DM bereits fest im Landeshaushalt eingeplant war, kann nicht gezahlt werden.

Diepgen und Strieder betonten die Notwendigkeit, die Bankgesellschaft als ein Institut des Landes Berlin wieder zu stabilisieren. Das Vertrauen der Kunden müsse wieder hergestellt und die rund 15 000 Arbeitsplätze gesichert werden. Die Probleme seien erheblich. "Aber alle Probleme sind lösbar", sagte Diepgen. Weitere personelle Konsequenzen seien nicht ausgeschlossen. Gegen den vorgesehenen neuen Chef der Landesbank, Norbert Pawlowski, habe die SPD keine Einwände, sagte Strieder.

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