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Krisengipfel zu Elfenbeinküste

Der Exodus von Ausländern aus der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste hält unvermindert an. Allein am Samstagabend trafen zwei Flugzeuge mit 700 Franzosen in Paris ein. „Mehr als 500 Ausländer, die meisten von ihnen Franzosen, halten sich auf unserem Gelände auf und warten auf ihre Ausreise.“

dpa ABIDJAN/PARIS. Der Exodus von Ausländern aus der westafrikanischen Republik Elfenbeinküste hält unvermindert an. Allein am Samstagabend trafen zwei Flugzeuge mit 700 Franzosen in Paris ein. "Mehr als 500 Ausländer, die meisten von ihnen Franzosen, halten sich auf unserem Gelände auf und warten auf ihre Ausreise."

Das sagte ein Sprecher der französischen Armee in Abidjan am Sonntag. Bislang seien etwa 4 000 Ausländer aus 60 Nationen vor der Gewalt geflohen. Frankreichs Präsident Jacques Chirac zeigt sich bestürzt über den Gewaltausbruch. Es dürfe nicht geduldet werden, dass sich eine Anarchie oder gar ein faschistisches Regime entwickle, sagte er. Das französische Militär bestätigte die Vergewaltigung "mehrerer Dutzend" französischer Frauen. Eine "Meute von Plünderern, Vergewaltigern und aufgehetzten Individuen" sei durch die Wohnviertel der Franzosen gezogen, sagte der französische General Henri Bentégeat. "Wir hatten Todesangst und haben uns auf dem Dachboden verbarrikadiert", sagte eine Französin aus Abidjan bei ihrer Ankunft in Paris.

Im nigerianischen Abuja wurden unterdessen am Sonntag die Staatschefs aus Burkina Faso, Senegal, Ghana, Libyen und Mali zu einem Krisengipfel erwartet. Die Teilnahme des Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, galt als unwahrscheinlich. Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki war zuvor mit Mitgliedern der Opposition und den Rebellen aus Elfenbeinküste zusammengekommen.

Die Unruhen waren ausgebrochen, als die Armee der Elfenbeinküste eine Hochburg der Rebellen im Norden des Landes bombardierte und dabei neun französische Soldaten tötete. Frankreich zerstörte daraufhin einen großen Teil der Luftwaffe des westafrikanischen Landes. Dies löste heftige anti-französische Ausschreitungen jugendlicher Schlägertrupps in Abidjan aus. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden etwa 1 000 Menschen verletzt.

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