Krisenherde
Russlands Großmachtstreben weckt Befürchtungen

Der Georgien-Krieg hat in Rumänien Befürchtungen geweckt, dass Russland mit seinem Großmachtstreben die Schwarzmeerregion und ganz Südosteuropa destabilisieren könnte. Denn mit der Krim und Moldawien liegen zwei potenzielle Krisenherde in unmittelbarer Nachbarschaft des EU-Staates und Nato-Mitglieds.

BUKAREST. Außerdem sieht die Regierung in Bukarest die Gefahr, von russischen Energielieferungen abgeschnitten zu werden. Schon kurz nach dem russischen Einmarsch in Georgien startete Rumäniens Präsident Traian Basescu eine Rundreise durch Georgien, die Ukraine, die Republik Moldau, Kasachstan und die Türkei. Sein Fazit der Visite: „Der bisherige Krisenmechanismus im Kaukasus reicht keineswegs aus.“

Für Basescu und die rumänische Regierung trägt Moskau die Hauptschuld am Georgien-Krieg. Die Anerkennung der Souveränität Abchasiens und Südossetiens durch Russland sei ein Verstoß gegen das Völkerrecht, die Charta der Vereinen Nationen und die KSZE-Schlussakte, kritisierte Außenminister Lazar Comanescu: „Dieser Schritt bedroht die Sicherheit in der Region.“

An der georgischen Führung und dem Angriff auf Südossetien äußern rumänische Politiker in der Öffentlichkeit dagegen nur verhaltene Kritik. Ganz anders die Medien, die Georgiens Präsidenten Michail Saakaschwili als „Abenteurer“ oder „Größenwahnsinnigen“ abstempelten.

Präsident Basescu und andere führende Politiker machen keinen Hehl daraus, dass der Ursprung der Kaukasuskrise nicht zuletzt beim jüngsten Nato-Gipfel zu suchen ist, der im April in Bukarest stattfand. Damals hatte das Bündnis Georgien zwar allgemein die Nato-Aufnahme in Aussicht gestellt, nicht aber den Prozess zur Vorbereitung der Mitgliedschaft eingeleitet. Das, so heißt es nun, habe Russland zu seinem Vorgehen in Georgien ermuntert. Gerade Basescu hatte beim Gipfel für eine Vorbereitung des Landes auf die Mitgliedschaft plädiert. Und auch Rumäniens Bürger sähen Georgien gerne möglichst bald in der Militärallianz.

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