"Krisenkomitee" will Proteste gegen Direktion fortsetzen
Neue Leitung des tschechischen Fernsehens entlässt 20 Journalisten

afp PRAG. Die neue Leitung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Tschechien hat 20 rebellische Journalisten entlassen. Die in einem "Krisenkomitee" zusammengeschlossenen Redakteure wiesen die Annahme der Kündigungsschreiben am Dienstag aber zurück und setzten ihre Protestbewegung fort, wie der tschechische Rundfunk berichtete. Die Redakteure von Ceska Televize (CT) widersetzen sich der Ernennung des neuen Generaldirektors Jiri Hodac und der von ihm eingesetzten Nachrichtenchefin Jana Bobosikova. Bobosikova drohte, den Sicherheitsdienst gegen die aufständischen Journalisten einzusetzen sowie Wasser und Heizung in den Studios abzudrehen. Außerdem wollte sie die aufsässigen Redakteure daran hindern, weiter Mobiltelefone und Computer zu benutzen. Kulturminister Pavel Dostal forderte Hodac auf zurückzutreten, um eine Beilegung des Streits zu ermöglichen.

Am Montagabend hatten die rebellischen Redakteure zum zweiten Mal eine von ihnen erarbeitete Nachrichtensendung ausgestrahlt, die aber kurz nach Beginn um 19.15 Uhr unterbrochen wurde. Stattdessen war die Nachrichtenversion der neuen CT-Führung zu sehen, die aus den Studios eines Privatsenders gesendet wurde. Bereits am Sonntag wurde die Nachrichtensendung der rebellierenden Journalisten von der neuen Geschäftsleitung abgesetzt und mit Unterstützung eines anderen Privatsenders die eigene Produktion ausgestrahlt.

Die aufständischen Journalisten werfen der neuen CT-Führung mangelnde Unabhängigkeit und zu große Nähe zur oppositionellen Demokratischen Bürgerpartei (ODS) von Parlamentspräsident Vaclav Klaus vor. Klaus hatte sich unlängst für die Privatisierung des Senders stark gemacht.

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