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Krisenstimmung an Wall Street

New Yorks Aktienmärkte bauen die Kursverluste zum Wochenschluss deutlich aus. Die Gewinnwarnungen der drei High-Tech-Schwergewichte, AMD, EMC, BMC, belasten die Märkte. Die sinkenden Investitionen im Telekommunikations- und IT-Sektor gehen den Firmen an die Substanz. Schwache Arbeitsmarktdaten trüben die Stimmung zusätzlich.

Die Arbeitslosenquote stieg im Juni auf 4,5 Prozent.

Experten hatten sogar mit einem Anstieg auf 4,6 Prozent gerechnet. Die Anleger zeigen sich über die wirtschaftliche Verfassung der USA und die vielen Entlassungen besorgt. Die Anzahl der Arbeitsplätze ging jedoch im vergangenen Monat um 114 000 Stellen zurück. Die Experten hatten lediglich mit einem Rückgang um 50 000 Stellen gerechnet.

Der Nasdaq Index hat am Vormittag bereits drei Prozent eingebüßt und ist zur Mittagsstunde nur noch wenige Zähler von der psychologisch wichtigen 2000 Punkte-Marke entfernt. Das Börsenbarometer der 30 US-Standardwerte büßt bis zur Mittagsstunde rund 225 Punkte ein. Um die Kurse nicht ungebremst nach unten rauschen zu lassen, greifen an der Wall Street Handelsbeschränkungen.

Vor allem Chip - und Computeraktien geraten unter Druck. Der Chiphersteller Advanced Micro Devices hat die Verkäufe im Halbleitersektor mit seiner Gewinnwarnung geradezu provoziert. Die Aktie von Advanced Micro Devices geht auf Talfahrt - die Aktie verliert ein Viertel an Wert. Auch Intel und Texas Instruments können sich dem Trend nicht entziehen.

Die Aktie von Computerkonzern IBM führt zur Stunde die Verliererliste der Dow Jones Werte an. Big Blue kündigte am Morgen Umstrukturierungsmaßnahmen in Ungarn an. Der Computerkonzern wird 500 Mitarbeiter und damit rund zehn Prozent der Belegschaft in der Produktionsstätte für Computerkomponenten in Ungarn entlassen. Die Titel von Compaq Computer und Hewlett-Packard notieren ebenfalls schwächer.

Mit EMC hat der weltgrößte Hersteller von Speichertechnologie eine Gewinnwarnung ausgesprochen, an der die Investoren zu knabbern haben. Das Papier büßt ebenso wie AMD ein Viertel an Wert ein und bringt ebenfalls andere Aktien aus dem Computer- und Speicherbereich ins Trudeln.

BMC Software ergeht es ähnlich. Dem Hersteller von Software für Unternehmens-Computernetze macht nach eigenen Angaben die anhaltende Schwäche des europäischen Marktes zu schaffen. Die Aktie verliert heute, nachdem das Management gestern vor enttäuschenden Quartalszahlen warnte.

Der kleine Lichtblick am trüben Aktienhimmel kommt von Alcoa. Mit dem Aluminiumkonzern hat das erste Unternehmen aus dem Dow Jones-Index Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen konnte die Analystenerwartungen für das zweite Quartal mit einem Gewinn von 49 Cents pro Aktie um vier Cents schlagen. Trotzdem kann sich die Aktie des weltgrößten Aluminiumherstellers nicht erfolgreich gegen den allgemeinen Markttrend durchsetzen.

Lediglich die Aktien der Lebendmittel- und Spirituosenindustrie können an diesem Tag Kursgewinne verbuchen.

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