Kritik am DFB-Präsidium
Mayer-Vorfelder macht Suche des Völler-Nachfolgers zur Chefsache

Gerhard Mayer-Vorfelder lässt sich bei der Suche nach einem Nachfolger von Rudi Völler nicht hineinreden. Der DFB-Präsident machte sie zur Chefsache.

HB BERLIN. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält an seiner Defensivtaktik bei der Suche nach einem Nachfolger für den am Donnerstag zurückgetretenen Rudi Völler fest. Zwei Tage nach dem überraschenden Rücktritt des 44-jährigen Völler gab es keinerlei Aussagen über Kandidaten und einen Zeitplan. «Der Präsident hat die Verhandlungen zur alleinigen Chefsache gemacht. Vorerst gibt es keine Kommentare über zeitliche Abläufe, inhaltliche Dinge und sonstige Details», teilte DFB-Pressesprecher Harald Stenger am Samstag mit. Auch wenn der DFB keine Namen nennt, gilt nach wie vor der vor einigen Wochen bei Bayern München entlassene Münchner Coach Ottmar Hitzfeld als erste Wahl. Eine erste Kontaktaufnahme von Portugal aus soll schon stattgefunden haben. Ottmar Hitzfeld bestätigte immerhin ein Telefonat mit Franz Beckenbauer, dem Vorsitzenden des WM-Organisationskomitee 2006. Der Präsident des FC Bayern hatte Hitzfeld bereits als «einzige Alternative» für den freigewordenen Posten bezeichnet. Eine Entscheidung in der Trainerfrage wird erst nach der Europameisterschaft in Portugal erwartet. Die Titelkämpfe enden am 4. Juli. Bis dahin nimmt Mayer-Vorfelder an Sitzungen der Uefa-Exekutive teil. Der endgültige Beschluss muss dann noch vom zwölfköpfigen DFB-Präsidium, dem unter anderem Beckenbauer und Liga-Präsident Werner Hackmann angehören, abgesegnet werden. Unterdessen reißt die Kritik an Mayer-Vorfelder nicht ab. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat zu einem Umdenken in allen Bereichen aufgefordert. «Es muss endlich Tacheles gesprochen werden. Das Bild, das in den letzten Wochen entstanden war, ist erschreckend schlecht. Und an der DFB-Spitze zieht keiner Konsequenzen. Die Strategie beim DFB muss überdacht werden. Und dafür ist der Präsident verantwortlich», sagte Matthäus der «Bild»-Zeitung. Auch Peter Neururer wetterte gegen Mayer-Vorfelder: «Nicht Völler, sondern die DFB-Führungsspitze muss sich fragen, ob sie nicht besser ausgetauscht worden wäre.» Er könne sich «nur an den Kopf fassen, wenn man wie Mayer-Vorfelder keine zehn Minuten nach der Verkündung des Rücktritts schon drauflos plaudert, wer als Nachfolger in Frage käme», kritisierte der Trainer des VfL Bochum in der Zeitung «Die Welt».

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