Kritik am Schlichterspruch
Call-by-Call wird teurer

Die neuen Tarife sind eine Reaktion auf den Schlichtungsvorschlag der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, der die Höhe der Inkassogebühren zwischen der Deutschen Telekom und ihren Wettbewerbern regeln soll.

slo DÜSSELDORF. Die ersten privaten Telekommunikations-Anbieter haben ihre Preise für so genannte Call-by-Call-Gespräche erhöht. Bei diesem Verfahren entscheidet der Kunde bei jedem einzelnen Anruf, über welchen Anbieter er telefonieren möchte - ohne vorherige Anmeldung. Die neuen Tarife sind eine Reaktion auf den Schlichtungsvorschlag der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, der die Höhe der Inkassogebühren zwischen der Deutschen Telekom und ihren Wettbewerbern regeln soll.



Nach ersten Berechnungen der alternativen Anbieter machen die vorgeschlagenen Inkassogebühren das Call-by-Call-Verfahren erheblich teurer. "Vor allem kurze Gespräche lohnen sich dadurch immer weniger", heißt es bei 01051 Telecom, "dabei kalkulieren wir ohnehin schon hart an der Schmerzgrenze". Das Unternehmen vertreibt unter anderem die Billigmarke "Teledump" und hat dort die Minutenpreise bereits um einen Pfennig auf 6,5 Pfennig erhöht. Bei One.Tel kosten Call-by-Call-Ferngespräche im Inland ohne Anmeldung 9 statt 6,3 Pfennig pro Minute.



Diese Gespräche werden bisher über die Telekom abgerechnet. Das soll auch so bleiben. Künftig sollen die einzelnen Anbieter aber selbst Reklamationen bearbeiten und das Geld eintreiben. "Damit sollen die Wettbewerber für erheblich weniger Leistung deutlich mehr an die Telekom zahlen als bisher", sagt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbandes der Telekom-Konkurrenten VATM.



Die Regulierungsbehörde hat vorgeschlagen, dass sich die Inkasso-Gebühren künftig nicht mehr am Umsatz, sondern an den Kosten orientieren, die der Telekom entstehen. Demnach sollen die alternativen Anbieter 28 DM je 1 000 von der Telekom gelieferten Verbindungsdaten zahlen und 9 Pfennig je Rechnung. Die Telekom und ihre Wettbewerber müssen bis Mitte März entscheiden, ob sie den Kompromissvorschlag annehmen.

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