Kritik am Sparkassenverband
Frankfurter Sparkasse will im Frühjahr 2001 AG sein

Reuters FRANKFURT. Die Frankfurter Sparkasse 1822 will ihre Umwandlung in eine Aktiengesellschaft bis zum Frühjahr 2001 formell abschließen. Für diesen Termin sei die Eintragung ins Handelsregister geplant, sagte Vorstandssprecher Klaus Wächter am Dienstag bei der Herbstpressekonferenz der Sparkasse in Frankfurt. Den Planungen zufolge wird noch in diesem Jahr eine außerordentliche Mitgliederversammlung des wirtschaftlichen Vereins der Sparkasse noch in diesem Jahr stattfinden, auf der die Umwandlung formal beschlossen werden soll. Beim Ergebnis musste die Sparkasse in den ersten neun Monaten des Jahres einen Rückgang hinnehmen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank den Angaben zufolge um 3,12 Prozent auf 144,8 Millionen DM.

Hinsichtlich der Umwandlung der Sparkasse in eine AG sagte Wächter weiter, mittelfristig wolle man eigene Aktien an private Kunden und Mitarbeiter ausgeben. Jedoch werde man den Shareholder-Value-Gedanken nicht als vorrangiges Ziel verfolgen. Trotz der angestrebten neuen Rechtsform bekenne man sich zur Funktion der Sparkasse als regionaler Filialbank.

Angesichts dieser Ausrichtung habe das Kreditinstitut aber erneut die Auswirkungen sinkender Margen in diesem Bereich zu spüren bekommen. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Zinsüberschuss um 3,0 Prozent auf 410,4 Millionen DM. Zwar stiegen im Gegenzug der Provisionsüberschuss um 17,5 Prozent auf 99,4 Millionen und der Nettoertrag aus Finanzgeschäften um 58,5 Prozent auf 18,7 Millionen DM. Dies habe jedoch nicht ausgereicht, den Anstieg des Verwaltungsaufwandes um 3,2 Prozent auf 340,2 Millionen DM zu kompensieren. "Durch die Provisionen aus dem boomenden Wertpapierkommissionsgeschäft allein kann der Verfall der Zinsspanne zwar gemildert, aber die Kostensteigerungen können nicht aufgefangen werden", beschrieb Wächter die Situation.

Bis zum Jahresende sei beim operativen Ergebnis keine grundlegende Trendwende zum besseren in Sicht. Mit der Änderung der Rechtsform gehe die Frankfurter Sparkasse aber einen Schritt für die aktive Gestaltung ihrer eigenen Zukunft. Unter anderem könne man sich so für weitere mögliche Partner öffnen. Kritik am Sparkassenverband

Deutliche Kritik übte Wächter am Sparkassenverband. Im Rahmen des Verkaufs der Helaba-Anteile wolle der Verband eine Zusatzvereinbarung treffen, die ein Andocken interessierter kommunaler Sparkassen an die privatrechtliche Frankfurter Sparkasse verhindern solle. Es dürfe jedoch nicht zu einer Diskriminierung der privaten Rechtsform kommen, sagte Wächter weiter. Interesse an einer Fusion mit der Frankfurter Sparkasse soll unter anderem die Sparkasse Offenbach haben.

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