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Kritik an Barak wegen seiner Kriegswarnungen

dpa JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ehud Barak ist mit seiner Warnung vor einem möglichen Krieg in der Region auf Kritik innerhalb der eigenen Armee gestoßen. Barak hatte am Dienstag öffentlich erklärt: "Wir müssen uns auf eine Situation vorbereiten, in der die ganze Region in Krieg abgleitet". Führende Armeekreise verurteilten diese Äußerungen jedoch als Panikmache, berichtete am Mittwoch die Tageszeitung "Maariv".

Die Stellungnahme Baraks erwecke den Eindruck, "als ob die Syrer schon vor der Tür stehen", zitierte das Blatt einen hohen Offizier. Wenn dem jedoch so wäre, "würden wir sofort die Reservisten mobilisieren und eine Offensive gegen den Feind einleiten, bevor wir angegriffen werden."

Barak hatte unter anderem in einem Fernsehinterview erklärt, der Armee-Geheimdienst habe "strategischen Alarm für einen Krieg gegeben" und dass die "Chancen auf ein Abgleiten in einen umfassenden Krieg in der Region größer sind, als in früheren Jahren". Zugleich meinte der Ministerpräsident - der angesichts der bevorstehenden Ministerpräsidentenwahl am 6. Februar um sein politisches Überleben kämpft - jedoch, es gebe für die Bevölkerung keinen Grund zu Panik.

Die Kritiker Baraks wandten ein, dass die Öffentlichkeit "in einer politisch und sicherheitsmäßig so sensitiven Zeit" nur verwirren könne. "Maariv" zitierte außerdem Kreise des militärischen Geheimdienstes, wonach die von Barak erwähnten Analysen zur strategischen Ausgangslage Israels schon "einige Wochen alt" seien und sich auf eine längerfristige Verschlimmerung des Konflikts mit den Palästinensern bezogen hätten.

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