Kritik an Chefgehältern
Glaxo-Smith-Kline-Aktionäre rebellieren

Die Aktionäre des britischen Pharmakonzerns Glaxo-Smith-Kline (GSK) haben ihrer Führungsspitze wegen großzügiger Abfindungsregelungen eine empfindliche Niederlage erteilt.

HB/dpa LONDON. Bei einer Aktionärsabstimmung am Montagabend in London stimmten knapp über 50 % der Teilhaber gegen eine geplante Abfindungsregelung für Vorstandschef Jean-Pierre Garnier. Der 55-Jährige sollte für den Fall, dass er seinen Posten verliert, eine Abfindung von umgerechnet fast 31 Mill. ? (22 Mio Pfund) erhalten.

Die Entscheidung der Aktionäre ist bisher einmalig in der britischen Industriegeschichte. Die Labour-Regierung hatte Aktionären in diesem Jahr erstmals das Recht eingeräumt, über die Gehaltspolitik von Großkonzernen abzustimmen. Obwohl das Votum der Aktionäre für die Konzernspitze nicht bindend ist, dürfte GSK jetzt zu einer Überprüfung und Änderung ihrer Gehaltspraktiken gezwungen sein, hieß es am Abend aus Industriekreisen. Die Signalwirkung auf andere Unternehmen, wie Shell, Barclays und die Hilton-Kette, dürfte nicht ausbleiben.

Aktionäre britischer Großkonzerne protestieren schon seit langem dagegen, dass Unternehmenschefs lukrative Gehälter und Prämien einstreichen, auch wenn sie an der Spitze ihrer Firmen "versagt" haben. Die Empfänger der großzügigen Finanzentschädigungen sind in Industriekreisen als "fat cats"(fette Katzen) bekannt. Aufsichtsratschef Christopher Hogg sagte am Abend, GKS nehme das Votum der Aktionäre "sehr ernst." Brendan Barber, Generalsekretär des Gewerkschaftsverbandes TUC, sprach von einem "wichtigen Ergebnis", das "Folgen haben wird".

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