Kritik an den Linienrichtern
Blatter glücklich über WM-Verlauf

Joseph Blatter ist mit dem bisherigen Verlauf der ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Asien und in zwei Ländern hochzufrieden und wünscht sich weitere Favoritenstürze.

dpa YOKOHAMA/JAPAN. "Ich hoffe, die Überraschungen gehen weiter", sagte der Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (FIFA) am Samstag auf einer Pressekonferenz in Yokohama. Den Titelkämpfen in Südkorea und Asien bescheinigte der 66 Jahre alte Schweizer aus sportlicher Sicht ein "Top-Level" und den Organisatoren eine "absolut perfekte Logistik".

"Es war die richtige Entscheidung, nach Asien und in zwei Länder zu gehen. Das Co-Hosting hat definitiv nicht die Qualität des Spiels beeinträchtigt. Fußball ist noch immer ein gutes Produkt", bilanzierte Blatter nach 48 von 64 Spielen und schwärmte: "Es ist ein wundervolles Ambiente." Trotz der guten Erfahrungen im organisatorischen Bereich äußerte sich Blatter reserviert auf die Frage, ob auch die 2010 in Afrika vorgesehene Weltmeisterschaft in mehreren Ländern ausgerichtet werden könnten.

Auf die Kritik von Franz Beckenbauer, dass die Stars auf Grund von Überstrapazierung ausgelaugt nach Fernost angereist seien, entgegnete Blatter: "Der Termin für die Weltmeisterschaft steht seit mehr als zwei Jahren fest." Die nationalen Verbände und europäischen Ligen hätten demnach genug Zeit gehabt, ihre Wettbewerbe dementsprechend zu terminieren oder zu straffen.

Die Erfolge der Außenseiter heftete sich Blatter auch ans eigene Revers. "Die Lücke zwischen den vermeintlichen Favoriten und jenen, die als Neulinge oder was auch immer ins Rennen gegangen sind, ist geschlossen. Das ist das Ergebnis von 25 Jahren FIFA - Entwicklungshilfe", betonte der vor WM-Beginn in seinem Amt bestätigte Verbands-Chef. Er sei vor allem froh, dass sich die monatelange Vorbereitung der Nationalmannschaften aus Japan und Südkorea ausgezahlt hätten. "Für die ganze Stimmung im Turnier war es wichtig, dass sie die Vorrunde jeweils als Gruppensieger überstanden haben."

Als einzige Negativ-Begleiterscheinung der ersten zwei Turnier- Wochen nannte Blatter die Probleme mit dem Verkauf der Eintrittskarten, die inzwischen aber gelöst worden seien. "Wir werden untersuchen, woran es lag und wer dafür verantwortlich ist", kündigte Blatter an. Dagegen nahm er die vielfach kritisierten Schiedsrichter in Schutz. Nicht die Referees seien das Problem, sondern die Linienrichter. "Wir müssen für die Zukunft eine Lösung suchen, wie die Assistenten besser von der Außenlinie ins Spiel eingreifen können", sagte Blatter.

In der Diskussion um die TV-Übertragung der Spiele auf den Großleindwänden in den Stadien untermauerte er seinen Standpunkt, auch strittige Szenen als Zeitlupen-Wiederholung auszustrahlen. "Ich bin der Meinung, dass dem Zuschauer im Stadion der gleiche Service geboten werden sollte wie dem Fan zu Hause vor dem Fernseher." Beckenbauer hatte mit dem Hinweis auf Sicherheitsbedenken erklärt, man solle umstrittene Szenen lieber nicht wiederholen. Bei der WM wird es örtlichen Regisseuren überlassen, was im Stadion-TV ausgestrahlt wird.

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