Kritik an der ehemaligen Bundesregierung
ÖTV-Chef Mai gegen Eon-Abschaltpläne

Die Pläne des Eon-Konzerns, einige Kraftwerke abzuschalten, seien noch lange "keine ausgemachte Sache", betonte der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) am Montag in Stuttgart.

ddp STUTTGART/BERLIN. ÖTV-Chef Herbert Mai hält die Entscheidung über die Pläne des Vorstandes von Eon Energie, rund 4 000 Megawatt-Kraftwerkskapazitäten vom Netz zu nehmen und bundesweit 1 500 Arbeitsplätze abzubauen, noch nicht für gefallen. Die Arbeitnehmerseite werde sorgfältig prüfen, wie die Beschäftigung gesichert, soziale Standards gewahrt und insbesondere der Energiestandort Deutschland erhalten werden könne. Es mache wenig Sinn, heimische Kraftwerke durch Stromimporte aus Kraftwerken im Ausland zu ersetzen, die weder den deutschen Technologie- und Umweltstandards noch den sozialen Standards für die Beschäftigten entsprächen, betonte Mai.

Die ÖTV wende sich entschieden dagegen, die Beschäftigten in Kraftwerken zu Sündenböcken einer verfehlten Politik zu machen, erklärte der ÖTV-Chef weiter. Er kritisierte zugleich die Politik der vorherigen Bundesregierung. Infolge der übergangslosen Öffnung des deutschen Marktes auf dem Stromsektor seien bereits über 60 000 Arbeitsplätze in dieser Branche abgebaut worden.

Wie die Berliner "tageszeitung" (Dienstagausgabe) berichtet, will der Eon-Konzern das Atomkraftwerk Stade wegen Überkapazitäten auf dem Strommarkt im Jahr 2003 stilllegen. Die "taz" beruft sich dabei auf Hamburger Regierungskreise. Stade wäre das erste Kernkraftwerk, das nach der Konsensvereinbarung zum Atomausstieg zwischen Bundesregierung und deutschen Stromkonzernen vom 14. Juli abgeschaltet würde.

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