Kritik an der Haltung von Gouverneur Bush
Spannungen vor der US-Präsidentschaftswahl

Ein in Texas verhängtes Todesurteil forciert die Spannungen zwischen den USA und Mexiko. Die mexikanische Regierung kritisiert, dass der Täter nicht darauf hingewiesen wurde, die Vertretung des mexikanische Konsulats in Anspruch zu nehmen.

dpa FORT WORTH. Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl führt ein in Texas verhängtes Todesurteil zu internationalen Spannungen. Vertreter der mexikanischen Regierung versuchen, die in dem Heimatstaat des republikanischen Präsidentschaftskandidaten George Bush für den 9. November geplante Hinrichtung des Mexikaners Miguel Flores zu verhindern. Nach einem Bericht der Zeitung "Fort Worth Star-Telegram" vom Dienstag wirft Mexiko der texanischen Justiz krasse Fehler im Fall des 31-Jährigen vor.

Der aus Juarez stammende Mann soll 1989 eine 20-jährige Studentin entführt, vergewaltigt und erstochen haben. Flores sei nach seiner Verhaftung nicht darauf hingewiesen worden, dass er das Recht auf Vertretung durch das mexikanische Konsulat habe, heißt es in der Kritik. Dies sei ein grober Verstoß gegen internationale Verträge. Außerdem habe der Verurteilte keinen fairen Prozess gehabt.

Die mexikanische Regierung hat in der Vergangenheit wiederholt Hinrichtungen von Mexikanern in den USA kritisiert. In Mexiko selbst gibt es keine Todesstrafe für Zivilpersonen. Unter den 446 Verurteilten, die derzeit in Texas auf ihre Hinrichtung warten, befinden sich 20 Mexikaner. Die geplante Hinrichtung von Flores würde zwei Tage nach der US-Präsidentschaftwahl stattfinden. Die letzte Hinrichtung vor der Wahl ist für diesen Mittwochabend angesetzt.

Der texanische Gouverneur Bush wird wegen seiner harten Haltung zur Todesstrafe heftig kritisiert. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1995 sind in Texas 145 Menschen exekutiert worden, mehr als in jedem anderen US-Bundesstaat.

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