Kritik an deutsch-französischer Einigung
Union uneins über EU-Beitritt der Türkei

In der CDU/CSU sind Differenzen über die Beziehungen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Türkei zu Tage getreten. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Volker Rühe (CDU), grenzte sich vom klaren Nein seiner Partei- und Fraktionsführung zu einem EU-Beitritt der Türkei ab.

HB/dpa BERLIN. "Man muss die Möglichkeit der Mitgliedschaft offen halten", sagte er der "Berliner Zeitung". Zudem solle das Land durch eine privilegierte Partnerschaft an die EU angebunden werden.

Unterdessen kritisierte der europapolitische Sprecher der Unions- Fraktion, Peter Hintze, die deutsch-französische Verständigung auf eine Annäherung der EU und der Türkei. Im Südwestrundfunk warnte Hintze am Donnerstag vor einem "Beitritts-Automatismus" zur EU. Die Türkei müsse noch viele Hemmnisse aus dem Weg räumen, um als EU- Mitglied in Frage zu kommen. In der Rühe-Äußerung sah Hintze keinen Widerspruch zur Haltung der Union. "Wir haben eine ausgesprochen einheitliche Position", sagte er.

Bundeskanzler Gerhard Schröder und Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac hatten am Mittwochabend in Storkow (Brandenburg) vereinbart, der Türkei ein "deutliches Signal" für eine EU- Perspektive zu geben. Die Position soll bis zum EU-Erweiterungsgipfel in der kommenden Woche in Kopenhagen mit den anderen Partnern abgestimmt werden.

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