Kritik an Deutschland
Rumsfeld hatte für Struck nicht eine Minute Zeit

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat trotz der jüngsten Bemühungen der Bundesregierung um eine Verbesserung des Verhältnisses zu den USA an seiner Kritik an Deutschland festgehalten.

Reuters WARSCHAU."Wer im Loch sitzt, sollte aufhören zu graben", sagte Rumsfeld nach dem NATO-Verteidigungsministertreffen in Warschau.

Was in Deutschland gesagt und getan wurde, habe in den USA ziemlich starke Reaktionen ausgelöst, sagte Rumsfeld. "Wie sich das in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt, wird man sehen." Die Entscheidung darüber treffe US-Präsident George W. Bush. Dessen Politik soll die scheidende Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin mit der Hitlers verglichen haben. Zuvor hatte bereits die scharfe Kritik der Bundesregierung an Bushs Irak-Politik während des Wahlkampfes für Verstimmungen gesorgt.

Rumsfeld machte deutlich, dass er für ein Treffen mit seinem deutschen Kollegen Peter Struck in Warschau keine Zeit gehabt habe. Er sei die ganze Zeit mit dem NATO-Treffen beschäftigt gewesen und mit Begegnungen mit Vertretern der Niederlande, Polens und der Türkei, sagte er. "Ich hatte nicht eine Minute, in der ich nicht vergeben war", sagte er. Struck nannte er dabei nie mit Namen, sondern bezeichnete ihn nur als "der betreffende Minister".

Auch sei es es keine Brüskierung Strucks, dass er das Abendessen am Dienstag vor einem Beitrag des Deutschen verlassen habe, sagte Rumsfeld. Im Gegensatz zu Struck sei er 98 % der Zeit in Warschau anwesend gewesen. Zudem habe er Struck bereits vorher gehört. Struck war am Dienstagnachmittag für mehrere Stunden nach Berlin geflogen und hatte dadurch nicht an einem Vortrag der USA über die von Irak ausgehenden Gefahren teilgenommen. "Er wird gute Gründe dafür gehabt haben", sagte Rumsfeld. "Ich habe niemanden gesehen, der jemanden anderen brüskiert hätte."

Die USA hätten eine Zusammenfassung der Geheimdiensterkenntnisse über Irak vorgelegt, sagte Rumsfeld. Dabei gingen die USA von einem Zusammenhang zwischen Irak und der Extremistenorganisation El Kaida aus, die für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht wird. "Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten", sagte Rumsfeld. Die Bundesregierung ging bislang nicht von einer Verbindung Iraks mit El Kaida aus.

NATO-Generalsekretär George Robertson sagte, in der Woche der Bundestagswahl habe es starke Emotionen gegeben. Möglicherweise werde es einige Wochen dauern, bis sich die Wogen geglättet hätten. Er habe jedoch den Eindruck, dass alle NATO-Partner wollten, dass die Allianz zusammensteht.

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