Kritik an einmonatigem Urlaub zurückgewiesen
Bush erwägt neues Konjunkturprogramm

US-Präsident George W. Bush erwägt dem Kongress ein neues Programm zur Belebung der amerikanischen Wirtschaft vorzuschlagen. Dabei sei auch an Maßnahmen gedacht, die die von Bilanzskandalen verschreckten Investoren an die Börsen zurückholen sollen, sagte Bush am Freitag vor der Presse im texanischen Crawford.

Reuters CRAWFORD. Er prüfe die Möglichkeit einer Änderung der Besteuerung von Kapitalerträgen und einer niedrigen Besteuerung von Dividenden. "Einige haben uns gedrängt, über zusätzliche Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft nachzudenken, und deshalb denke ich darüber nach", sagte Bush. Ein erstes vom Präsidenten vorgeschlagenes milliardenschweres Konjunkturprogramm hatte den Kongress im März in deutlich reduzierter Form passiert.

Bush verwahrte sich zudem gegen Kritik an seinem knapp einmonatigen Urlaub auf seiner texanischen Ranch in Crawford und bezeichnete diesen als produktiv. "Ich schaffe eine Menge Arbeit hier in Crawford. Es ist für manche schwer zu verstehen, aber der Entscheidungsprozess hört nie auf, wenn man Präsident ist." Seine politischen Gegner hatten Bush für seinen Texas-Aufenthalt kritisiert. "Ich treffe hier immer noch Entscheidungen. Ich finde, ich kann die Dinge mit einer anderen Perspektive sehen, wenn ich aus Washington D.C. hierher komme", fügte Bush hinzu.

Fed hatte vor weiteren Konjunkturrisiken gewarnt

Die Konjunkturspritze im März war mit einem Volumen von 42 Mrd. Dollar deutlich geringer ausgefallen als das von Bush ursprünglich geforderte Paket über 100 Mrd. Dollar. Am Widerstand des von den Demokraten dominierten Senats waren bereits zuvor drei Entwürfe des Republikaners Bush mit jeweils deutlich höherem Volumen gescheitert.

Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich im bisherigen Jahresverlauf wieder deutlich abgeschwächt. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte in den ersten drei Monaten 2002 noch um annualisiert 5,0 % zugenommen. Im zweiten Quartal verlangsamte sich das Wachstum jedoch nach der ersten Schätzung des US-Handelsministeriums auf 1,1 %.

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Dienstag ihren Schlüsselzins mit 1,75 % zwar unverändert gelassen, zugleich aber vor wachsenden Risiken einer erneuten Abschwächung der US-Konjunktur gewarnt. Dabei verwies sie unter anderem auf die jüngsten heftigen Kursverluste an den Börsen und die Unsicherheit im Zuge der Bilanzskandale.

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