Kritik an Feiertagshandel
Deutsche Börsen zeigen sich überraschend freundlich

Die deutschen Börsen haben beim Feiertagshandel zu Himmelfahrt überraschend freundlich notiert. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte bis gegen 13.30 Uhr um 0,77 Prozent auf 6.263 Punkte zu. Der Neue-Markt-Index Nemax 50 kletterte nach schwächerem Start um 0,38 Prozent auf 1.892 Zähler.

ddp/vwd FRANKFURT. Auch der MDAX der Nebenwerte zeigte sich mit einem Plus von 0,33 Prozent auf 4.752 Punkte leicht verbessert. Viele Händler äußerten sich verblüfft, hatten sie doch vorbörslich auf Grund der schlechten Vorgaben von Wall Street und des Feiertages mit Abgaben gerechnet. Allerdings seien die Umsätze sehr gering und wenige Kaufinteressenten reichten aus, um die Kurse nach oben zu treiben, hieß es. "Da nützten einige Optimisten die günstigen Kurse aus, um sich einzudecken", sagte ein Händler.

Vielfach gab es zugleich Kritik zum Handel am Feiertag. "Es ist superlangweilig", klagte ein Marktteilnehmer. An solchen Tagen verdiene man kein Geld, sie würden Geld kosten. Seit der Einführung des Feiertagshandels sei auch bei den Umsätzen keine zunehmende Tendenz zu erkennen. "Im Gegenteil, es schläft eher ein", resümierte ein Händler. "Bei Banken und Brokern gibt es nur Notbesetzungen", sagte ein anderer. Auch Privatanleger würden den Feiertag wohl nicht mit Aktiengeschäften verbringen.

Der Euro beendete zum Mittag hin seinen Abwärtstrend der Vortage und drehte mit 0,22 Prozent leicht ins Plus. Er verbesserte sich auf 0,8587 US-Dollar.

Infineon unter Druck

Im DAX standen vor allem Infineon weiter unter Druck. Dabei wirkten offenbar die Gewinnwarnung des Chipherstellers, aber auch die schlechten Vorgaben der Nasdaq vom Vortag nach. Infineon gaben um gut ein Prozent auf 43,39 Euro ab.

Neben BASF und Lufthansa verloren auch Epcos knapp ein Prozent. Epcos leide unter einer Gewinnwarnung von US-Wettbewerber Sawtek, hieß es. Positiv sah es dagegen für E.ON, RWE und Fresenius aus, die jeweils um über drei Prozent zulegten. Händler werten es positiv, dass E.ON bei seinen Beteiligungen aufräumt. Der Konzern hat die Verschmelzung von vier regionalen Energieversorgern auf die Tochter Isar-Amperwerke angekündigt.

Hinter den Gewinnen bei Fresenius Medical Care steckten einige größere Orders, hieß es. FMC hatte angekündigt, sich verstärkt in Südostasien zu engagieren.

Die Versicherer Allianz und Münchner Rück, Linde, Deutsche Telekom und DaimlerChrysler verbesserten sich um über ein Prozent. DaimlerChrysler litten wie erwartet nicht mehr unter den Problemen bei Mitsubishi, wie Marktteilnehmer sagten. Diese seien bereits eingepreist.

Im insgesamt freundlichen MDAX brach die Bankgesellschaft Berlin um fast 5,8 Prozent auf 9,33 EUR ein. Händler machen dafür Berichte verantwortlich, die von einer drohenden Pleite des Haupteigentümers Land Berlin reden. Dieses wolle die Milliardenverluste der Bank teilweise übernehmen.

Am Neuen Markt legten Broadvison, Intershop, Kontron und United Internet jeweils um zwei Prozent zu. Abgeben mussten im Nemax 50 vor allem Fantatstic, Ixos Software und Biodata. Diese Papiere verloren über zwei Prozent.

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