Kritik an Kursentwicklung
Filmfirma Constantin strebt Neuausrichtung an

Die Filmfirma Constantin strebt eine strategische Neuausrichtung an. Im Jahr 2004 wolle das Unternehmen die Führungsposition als unabhängiger Filmverleiher in Deutschland hinter den US-Studios erreichen, sagte Vorstandschef Fred Kogel am Freitag bei der Hauptversammlung in München.

HB/dpa MÜNCHEN. Unter anderem solle der Handel mit Filmlizenzen ausgeweitet werden. "Natürlich können uns die Zahlen des Jahres 2003 nicht zufrieden stellen", sagte Kogel. Der Umsatz war in den ersten sechs Monaten von 63,4 Millionen auf 36 Millionen Euro eingebrochen. Der Fehlbetrag hatte sich zugleich von 6,0 Millionen auf 2,6 Millionen Euro verringert.

Künftig will Constantin auf so genannte Output-Verträge verzichten, bei denen große Filmpakete erworben werden. Diese haben sich nach Darstellung einer Unternehmenssprecherin als unrentabel erwiesen. Nach Auslaufen eines entsprechenden Rahmenvertrages mit der insolventen KirchMedia sollen künftig gezielt direkte Lizenzverträge zu einzelnen Filmen geschlossen werden. Die Video- und DVD-Rechte zu diesen Filmen und eigenen Produktionen will Constantin vom kommenden Jahr an selbst auswerten.

Im ersten Halbjahr sei die Kino-Branche durch den Jahrhundert- Sommer in Mitleidenschaft gezogen worden. "Im 3. Quartal 2003 liegen die US-Kinokassen-Erlöse unserer internationalen Eigenproduktion "Wrong Turn" von 15 Millionen US-Dollar und die Besucherzahlen von "Werner 4" in Deutschland von bisher einer Million unter unseren Erwartungen", sagte Vorstand Daniel Wiest.

Aktionärsvertreter gaben dem Management eine Mitschuld an einer schwachen Entwicklung des Aktienkurses in den vergangenen Monaten. Die Diskussion um eine Übernahme durch die Schweizer Highlight Communication hätte nicht öffentlich geführt werden dürfen, sagte Christoph Öfele von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Vor einigen Monaten hatte die Schweizer Highlight Communications 16,4 Prozent der Anteile an der Constantin Film AG von dem angeschlagenen Medienkonzern EM.TV gekauft und ihren Anteil damit auf 41,4 Prozent erhöht.

Im laufenden Jahr rechnet Constantin angesichts des schwachen ersten Halbjahres und eines weiterhin schwierigen Umfeldes mit einem Verlust vor Zinsen und Steuern von 8 bis 12 Millionen Euro. Zuversichtlicher zeigte sich Kogel für das Jahr 2004: "Ich glaube, dass ich Ihnen nicht zu viel verspreche, wenn ich Ihnen jetzt sage, dass Constantin Film im Jahr 2004 einige Gänge zulegen wird."

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