Kritik an langsamem Reformtempo und an der Union
DGB fordert schnellere Lohnangleichung für Frauen

Eine schnellere Beseitigung des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) gefordert. Die stellvertretende Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer sagte am Dienstag in Berlin, noch immer würden Frauen auf dem Weg zur Gleichberechtigung behindert. Das Reformtempo sei zu langsam.

WiWo/ap BERLIN. Engelen-Kefer äußerte sich damit fast eine Woche nach der Vorstellung des Berichts der Bundesregierung zur Berufs- und Einkommenssituation von Frauen und Männern. Die DGB-Vizechefin lobte das erstmals erarbeitete Papier, das einen "erheblichen Fortschritt" gegenüber den so genannten Lohnberichten früherer Bundesregierungen darstelle. Berichte der neuen Art sollten künftig mindestens alle drei Jahre vorgelegt werden.

Positiv hob sie auch die Ansätze der Bundesregierung hervor, die weiterhin bestehende Ungleichheit beim Lohn zu beenden. Wenn sich das Reformtempo jedoch nicht erhöhe, werde es im Westen noch 178 Jahre und im Osten Deutschlands noch 31 Jahre dauern, bis Männern und Frauen der gleiche Lohn für gleiche Arbeit gezahlt werde.

Grundlage für diese Rechnung sei die Erkenntnis, dass vollzeitbeschäftigte Frauen in den alten Bundesländern im Schnitt 25 Prozent weniger als Männer verdienten. In Ostdeutschland betrage die Differenz zwar nur sechs Prozent, allerdings auf deutlich niedrigerem Verdienstniveau. Diese Differenz habe sich in den vergangenen 25 Jahren im Westen nur um 2,8 Prozent verringert, in den neuen Bundesländern seit den 90er Jahren um 1,7 Prozent.

Der DGB fordert nach Angaben Engelen-Kefers ein flächendeckendes Netz von Schulen und Tageseinrichtungen für Kinder mit verlässlichen Öffnungszeiten und Ganztagsangeboten, um die Erwerbschancen von Frauen zu erhöhen. Die Ankündigung im SPD-Regierungsprogramm, dafür vier Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, bezeichnete sie als begrüßenswert. Dagegen seien die familienpolitischen Vorstellungen von CDU/CSU, die ein generelles Familiengeld von 600 Euro pro Monat für jedes Kind in den ersten drei Lebensjahren und 300 Euro bis zur Volljährigkeit vorsehen, nicht finanzierbar, sagte Engelen-Kefer.

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