Kritik an Medien und Fußball-Präsident
„Zizou" hat ausgezaubert

Er galt in den vergangenen Jahren als das Herz und Hirn der französischen Nationalmannschaft. Jetzt will er nicht mehr: Ihm fehle die Kraft, um der "Equipe tricolore" noch weiter helfen zu können, begründete der 32-jährige Zinedine Zidane einen Tag nach seinem Rücktritt seine Entscheidung in einem Interview mit der französischen Sportzeitung "L'Equipe".

HB PARIS. Es wäre ein Fehler gewesen, bis zur Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland in der Auswahl zu spielen, meinte der bisherige Kapitän. Er habe lange darüber nachgedacht weiterzumachen: "Aber ich habe gemerkt, dass ich es nicht tun sollte." Er wäre nicht mehr in der Lage, mit der Mannschaft in zwei Jahren den WM-Titel zu holen.

Einen Tag nach dem verkündeten Ende seiner Nationalmannschafts- Laufbahn mit 93 Spielen in zehn Jahren, stellte der dreimalige Weltfußballer fest, dass bereits der enttäuschende Auftritt bei der EM in Portugal das Ende der "Goldenen Ära" aufgezeigt hätte. "Wir waren nicht in der Lage, unser Spiel aufzuziehen. Das ist alles." Dafür gebe es keine Entschuldigungen. Der Titelverteidiger war im Viertelfinale am späteren Überraschungs-Europameister Griechenland gescheitert.

Während Zidane, der sich nun nur noch auf seine Arbeit beim spanischen Rekordmeister Real Madrid konzentrieren will, Disharmonien innerhalb der französischen Auswahl dementierte, kritisierte er die Medien und den Präsidenten der französischen Fußball-Liga, Frederic Thiriez. Zidane echauffierte sich über die Behandlung von Mitspieler Marcel Desailly, der wegen seiner Leistung in Portugal harter Presse-Kritik ausgesetzt war. "Es ist ein Skandal, wie Desailly behandelt wurde", meinte Zidane.

Ungebührliches Verhalten warf Zidane auch Thiriez vor. Dieser hatte nach dem Viertelfinal-Aus angemahnt, mehr Spieler in die Nationalmannschaft zu berufen, die in Frankreich aktiv seien und nicht in Madrid oder London. Er verdiene ein wenig mehr Achtung und Respekt, forderte Zidane.

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