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Kritik an Preispolitik der Energie-Konzerne wird immer schärfer

Die Kritik an der Preispolitik der deutschen Energie-Konzerne wird immer schärfer. Nach der Ankündigung, die Preise für Strom und Gas deutlich anzuheben, machen sich Politiker von Union und Grünen für staatliche Preiskontrollen stark. Der Generalsekretär der CSU, Markus Söder, sagte der "Bild"-Zeitung (Montag-Ausgabe): "Die derzeitigen Kontrollmöglichkeiten reichen nicht aus. Eine staatliche Preisaufsicht sollte deshalb kein Tabu sein."

dpa-afx BERLIN. Die Kritik an der Preispolitik der deutschen Energie-Konzerne wird immer schärfer. Nach der Ankündigung, die Preise für Strom und Gas deutlich anzuheben, machen sich Politiker von Union und Grünen für staatliche Preiskontrollen stark. Der Generalsekretär der CSU, Markus Söder, sagte der "Bild"-Zeitung (Montag-Ausgabe): "Die derzeitigen Kontrollmöglichkeiten reichen nicht aus. Eine staatliche Preisaufsicht sollte deshalb kein Tabu sein."

Auch die Grünen wollen die Preisgestaltung der Energiefirmen künftig stärker überwachen. Die Bundestagsabgeordnete und Energieexpertin der Partei, Michaele Hustedt, forderte in demselben Blatt: "Die Konzerne sollten verpflichtet werden, jede Preiserhöhung bei der Regulierungsbehörde zu begründen und genehmigen zu lassen."

Nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" lohnt sich der Wechsel des Stromanbieters für Privatkunden immer weniger. Das Blatt führt mehrere Beispiele auf: Danach konnte noch im Februar 2004 eine Familie in Hamburg durch den Wechsel vom Lokaltarif HEW Classic zu einen anderen Anbieter bis zu 65 ? im Jahr sparen - heute seien es nur noch 43,65 ?. "Von Wettbewerb spricht kaum noch jemand", sagte der Energiereferent im Bundesverband Verbraucherzentralen, Thorsten Kasper, der Zeitung. Die großen Anbieter E.ON , Vattenfall, RWE und Enbw teilten sich 90 % des Marktes.

Der Vorsitzende des Energie-Ausschusses der Bundesvereinigung der Deutschen Industrie (BDI), Werner Marnette, sagte dem "Hamburger Abendblatt", an der Strombörse handelten fast nur die großen Vier. "Sie bilden dort ihre Preise. Außerdem werden nur rund zehn Prozent des deutschen Strombedarfs an dieser Börse gehandelt", erläuterte der Chef der Norddeutschen Affinerie, Europas größter Kupferhütte. Notwendig sei ein Regulierer, der jede Preisanhebung genehmigen müsse. "Der sollte eigentlich schon zum 1. Juli installiert sein, doch das hat die Bundesregierung nicht geschafft. Deshalb erhöhen die Stromkonzerne jetzt nochmals kräftig die Preise, um Tatsachen zu schaffen, ehe der Regulierer da ist", sagte Marnette.

Der Vorstandschef des Windanlagenbauers Repower , Fritz Vahrenholt, sagte am Montag im Deutschlandfunk: "Es hat eine Zeit des heftigen Wettbewerbs gegeben und dann hat man festgestellt, dass das zu Lasten der Gewinne geht." Die vier großen Energieversorger bildeten ein informelles Kartell. "Man macht keinen Wettbewerb, man schlägt kein Wettbewerbsunternehmen mehr zu Lasten auch des eigenen Bestandes, das respektiert man, die früheren Monopolgrenzen respektiert man mehr oder weniger."

Der RWE-Konzern in Essen bleibt mit weitem Abstand der größte Stromversorger in Deutschland für Endverbraucher. Insgesamt verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr 102,5 Mrd. Kilowattstunden an Industrie-Unternehmen und private Haushalte, wie der Verband der Elektrizitätswirtschaft in Berlin mitteilte. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Konkurrenten E.ON mit 85,2 Mrd. und Energie Baden-Württemberg (Enbw) mit 64 Mrd. Kilowattstunden.

Die Vattenfall Europe - gemessen am Umsatz Nummer drei in Deutschland - lag mit 31,6 Mrd. Kilowattstunden beim Endverbraucher-Absatz auf Platz vier. Unter den zehn größten Stromversorgern sind auch zwei Stadtwerke, die Stadtwerke München (5,0 Mrd.) und die Stadtwerke Hannover (4,9 Mrd.). Insgesamt gibt es in Deutschland etwa eintausend Stromversorger. Nach Umsatz und Strom-Gesamtabsatz - eingeschlossen den Verkauf an regionale Stromversorger - lautet die Reihenfolge: E.ON, RWE, Vattenfall und Enbw.

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